
Studie: Bessere Aufgabenverteilung könnte Mangel an Hausärzten kompensieren
n-tv
Der Hausarztmangel in Deutschland ist keine Neuigkeit. Die Bertelsmann-Stiftung macht einen Vorschlag, wie das Problem entschärft werden könnte: Mediziner sollen Aufgaben an Fachkräfte delegieren. Die Mehrheit der befragten Ärzte befürwortet den Ansatz - mit Einschränkungen.
Der Hausarztmangel in Deutschland ist keine Neuigkeit. Die Bertelsmann-Stiftung macht einen Vorschlag, wie das Problem entschärft werden könnte: Mediziner sollen Aufgaben an Fachkräfte delegieren. Die Mehrheit der befragten Ärzte befürwortet den Ansatz - mit Einschränkungen.
In Hausarztpraxen gibt es laut einer Studie großes Entlastungspotenzial durch mehr Aufgabenteilung mit dem Praxispersonal. Die Analysten der Bertelsmann-Stiftung kommen zu dem Ergebnis, dass die Hausärzte fast zwei Drittel ihrer Zeit einsparen könnten, indem sie bestimmte Tätigkeiten auf qualifiziertes Fachpersonal übertragen. Für die Studie haben die Experten Daten aus zwei größeren, bereits stark im Team mit anderen Berufsgruppen arbeitenden Hausarztpraxen mit herkömmlich arbeitenden Praxen verglichen.
Insbesondere wiederkehrende Routineaufgaben wie technische Diagnostik vom EKG bis zum Lungenfunktionstest, Kontrollen von chronisch Kranken oder Wundnachsorge könnten dort von entsprechend weitergebildeten Medizinischen Fachangestellten übernommen werden, schreiben die Experten. Die Ärzte könnten sich dann stärker auf komplexe diagnostische Entscheidungen, Patientengespräche und Medikamentenverordnung konzentrieren.
Das Fazit: Durch sinnvolle und vom Arzt überwachte Aufgabenteilung im Praxisteam könne der insbesondere schon auf dem Land bestehende Hausärztemangel kompensiert werden - und zwar kurzfristiger als durch neue Ärzte, so die Studienautoren. Viele der benötigten Fachkräfte seien bereits qualifiziert, andere könnten ihre Kompetenzen durch Fortbildung oder berufsbegleitendes Studium relativ zügig erwerben.
Den Prognosen der Experten zufolge ließe sich damit rechnerisch die drohende Lücke von rund 8200 unbesetzten Hausarztsitzen im Jahr 2030 mit rund 12.000 speziell geschulten Praxisassistentinnen und -assistenten abdecken. Zwar zeigten die Praxisbeispiele, was schon unter heutigen Rahmenbedingungen möglich sei. Um den Ansatz in die Fläche zu bringen, sei aber auch wichtig, Unsicherheiten etwa bei Haftungs- und Finanzierungsfragen einheitlich zu klären, räumen die Autoren ein.













