
Hitzewelle kann Trinkwasserqualität beeinträchtigen
n-tv
Aktuell muss das Trinkwasser in Jena und auch im Saale-Holzland-Kreis stellenweise desinfiziert werden. Bereits im Juli hatte die Lichtstadt vor Keimen im Wasser gewarnt. Ist die Hitze ein Problem?
Bad Langensalza (dpa/th) - Die aktuell hohen Temperaturen in weiten Teilen Thüringens können die Trinkwasserqualität negativ beeinflussen. Das betreffe insbesondere die Thüringer Fernwasserversorgung, in der das Trinkwasser teilweise mehrere Tage lang große Strecken vom Wasserwerk bis zum Verbraucher zurücklegt, sagte das Landesamt für Verbraucherschutz der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. "Es kommt zu einer Zunahme der Vermehrung von Mikroorganismen, die sonst nur in sehr geringen Mengen die Leitungsnetze besiedeln", so Pressesprecherin Verena Meyer.
Sollten Grenzwerte überschritten oder Gesundheitsschäden durch "mikrobiologische Mängel" befürchtet werden, müsse das Trinkwasser desinfiziert werden. Aktuell betroffen sind davon rund 11.000 Haushalte in Jena und im Saale-Holzland-Kreis: Im Jenaer Stadtteil Remderoda wird das Trinkwasser in einem Hochbehälter der Thüringer Fernwasserversorgung zusätzlich mit Chlor desinfiziert, wie der Zweckverband JenaWasser mitteilte. Im Saale Holzland-Kreis sind die Gemeinden Altenberga, Bucha und Milda betroffen. Das Wasser könne den für Chlor typischen Geruch haben, heißt es weiter.
Grund zur Sorge gebe es allerdings nicht: "In der Regel sind dies gesundheitlich unbedenkliche coliforme Bakterien", so Meyer. Laut Umweltbundesamt gehören coliforme Bakterien zur Familie der "Enterobacteriaceae". Sie treten demnach im Darm von wirbellosen und Wirbeltieren auf, lassen sich aber auch weit verbreitet in der Umwelt nachweisen.
