
Hamburg gewinnt ein Drei-Elfer-Spiel und verschärft die Wolfsburger Krise
Süddeutsche Zeitung
Der Aufsteiger dreht die Partie und besiegelt wahrscheinlich das Ende von VfL-Trainer Daniel Bauer. Augsburg verpasst die Überraschung in Leipzig, Leverkusen und Freiburg schießen fröhlich Tore – und Deniz Undav trifft erneut. Das Wichtigste zum Spieltag.
Der FC Bayern zieht an der Spitze einsam davon, aber ab Platz drei bietet die Bundesliga Spiel, Spaß und Spannung. Großer Gewinner dieses Samstags: Der Hamburger SV, der gegen den direkten Konkurrenten VfL Wolfsburg ein Drei-Elfer-und-sechs-Punkte-Spiel gewann und sich nicht nur selbst von der gefährlichen Zone entfernte, sondern den Werksklub weiter demoralisiert. Hier geht es zur Tabelle und zu den Ergebnissen des Spieltages.
Bekommt Wolfsburg den dritten Trainer dieser Saison?
Jean-Luc Dompé hatte es geschafft, im dicken Buch namens „Fußballer und Alkohol“ ein gänzlich neues Kapitel zu schreiben. Als er an einem frühen Sonntagmorgen im Januar in Hamburg über eine rote Ampel fuhr, stoppten ihn Polizeibeamte, ließen ihn pusten und stellten 1,4 Promille fest. Das haben in der Kombination auch schon andere Fußballer geschafft, allerdings nahm Dompé nach dem Verlassen der Polizeistation einen E-Roller ... und wurde direkt wieder angehalten. Das hatte nicht mal Mario Basler vollbracht, vielleicht auch nur, weil der E-Roller zu dessen Zeit noch nicht erfunden war.
Am Samstag in Wolfsburg lief jedenfalls die 58. Minute, als Dompé – der erstmals seit seiner doppelten Sufffahrt mit anschließender Suspendierung wieder in der Startelf stand – Luka Vuskovic davon überzeugte, diesen Elfmeter nicht zu schießen. Vuskovic war bis dahin, wie so oft, der HSV-Spieler des Tages. Nicht nur hatte er bereits den ersten HSV-Elfer des Tages rausgeholt, er hatte diesen auch versenkt. Allerdings hatte er dabei nicht den sichersten Eindruck gemacht, Dompé intervenierte erfolgreich, schultere relativ viel Erwartungsdruck – und traf zum 2:1 Endstand.
Der Sieg des HSV mit der Dompé-Anekdote stürzt den VfL Wolfsburg noch tiefer in die eh schon tiefe Krise. Der Werksklub war selbst durch einen Elfmeter in Führung gegangen, Christian Eriksen traf in der 22. Minute. Am Ende aber stehen die nächste Niederlage, der direkte Abstiegsrang und die nächste Trainerdiskussion um Daniel Bauer. Gut möglich, dass nach Paul Simonis und Bauer bald der dritte Coach sich an dieser offensichtlich schief zusammengestellten Wolfsburger Mannschaft versuchen darf oder muss. Nach dem Spiel kam es zu einer Rudelbildung, die Nerven am Mittellandkanal sind mehr als angespannt.













