
Geschworene verdonnern Meta und Youtube zu Millionen-Bußgeld
n-tv
Eine Kalifornierin bekommt drei Millionen Dollar Schmerzensgeld von Meta und Youtube. Die Onlineplattformen haben die 20-Jährige süchtig gemacht, entscheiden die Geschworenen. Das Verfahren könnte eine Prozesslawine auslösen.
Eine Kalifornierin bekommt drei Millionen Dollar Schmerzensgeld von Meta und Youtube. Die Onlineplattformen haben die 20-Jährige süchtig gemacht, entscheiden die Geschworenen. Das Verfahren könnte eine Prozesslawine auslösen.
In einem wegweisenden Prozess um Social-Media-Sucht hat ein US-Gericht die Onlineplattformen Instagram und Youtube zu Schmerzensgeld in Millionenhöhe verurteilt. Sie sollen der Klägerin insgesamt drei Millionen Dollar (rund 2,6 Millionen Euro) zahlen, wie die Geschworenen in Los Angeles entschieden. Zu dem Schmerzensgeld für die Klägerin kommt ein Bußgeld von weiteren drei Millionen Dollar, wie das Gericht in Los Angeles mitteilte. Die heute 20-jährige Klägerin hatte den Unternehmen vorgeworfen, sie als Minderjährige abhängig gemacht und ihr schwere psychische Schäden zugefügt zu haben.
Auf die Instagram-Mutter Meta entfallen demnach 2,1 Millionen Dollar Entschädigungszahlung, auf Youtube 900.000 Dollar. Die Geschworenen hielten es in ihrem Grundsatzurteil mit zehn zu zwei Stimmen für erwiesen, dass beide Unternehmen bei Gestaltung wie Betrieb ihrer Plattformen fahrlässig handelten. Die Konzerne hätten gewusst oder wissen müssen, dass ihre Dienste eine Gefahr für Minderjährige darstellen und hätten die Nutzer nicht ausreichend vor den Risiken gewarnt, hieß es in der Begründung des Grundsatzurteils. Der Meta-Konzern von Mark Zuckerberg erklärte sich mit dem Urteil nicht einverstanden. Er prüfe alle juristischen Möglichkeiten.
Der Musterprozess könnte den Weg für Bußgelder öffnen sowie für eine Klagewelle weiterer mutmaßlicher Opfer: In den USA werfen hunderte Nutzerinnen und Nutzer den Internet-Plattformen vor, sie abhängig gemacht und damit für Depressionen, Essstörungen oder Psychiatrie-Aufenthalte verantwortlich zu sein. In manchen Fällen geht es sogar um Suizid.
Die kalifornische Klägerin, deren Name mit Kaley G. M. angegeben wurde, hatte bei ihrer Aussage Ende Februar von ihrem Suchtverhalten und dadurch ausgelösten Angstzuständen und Depressionen berichtet. "Jedes Mal, wenn ich versuchte, mich davon zu lösen, funktionierte es einfach nicht", sagte sie. Selbst wenn sie auf Instagram gemobbt worden sei, sei sie auf der App geblieben. "Wenn ich nicht online war, hatte ich einfach das Gefühl, etwas zu verpassen." Nach Angaben ihres Anwalts war Kaley G.M. bis zu 16 Stunden pro Tag auf Instagram.













