
Fahrdienste für Frauen gegen die nächtliche Angst
n-tv
Zwei von drei Frauen fühlen sich nachts im Nahverkehr unsicher. Weil das Unbehagen auch bei Fahrdiensten häufig mitfährt, wächst die Nachfrage nach exklusiven Angeboten für Frauen.
Zwei von drei Frauen fühlen sich nachts im Nahverkehr unsicher. Weil das Unbehagen auch bei Fahrdiensten häufig mitfährt, wächst die Nachfrage nach exklusiven Angeboten für Frauen.
Das Gefühl von Sicherheit ist ein Urinstinkt und unterschiedlich ausgeprägt. Einige von uns sind von Natur aus etwas besorgter oder ängstlicher als andere, individuelle Sicherheit ist subjektiv. Objektiv gesehen könnte das Sicherheitsempfinden der Deutschen besser sein. Bei der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel fühlt sich nachts weniger als die Hälfte der Bevölkerung ohne Begleitung sicher (46,3 Prozent), 16,1 Prozent fühlen sich sogar sehr unsicher. Nach Geschlechtern aufgeteilt, zeigt sich eine große Diskrepanz: Während sich knapp zwei Drittel der Männer keine Sorgen um ihr Wohlergehen machen, fühlen sich zwei von drei Frauen unsicher.
Die Zahlen stammen aus der BKA-Erhebung "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland 2020", aktuelle Zahlen sollen in diesem Frühjahr erscheinen. 12,9 Prozent der Frauen hielten es in der Umfrage für wahrscheinlich, in den nächsten zwölf Monaten Opfer sexueller Belästigung zu werden. Nachts unterwegs zu sein, kann zum Lebensstil gehören: Kino, Konzerte, feiern gehen. Bei anderen ist es eine berufliche Notwendigkeit, etwa im Schichtbetrieb. Wer es sich leisten kann, steigt statt in die Bahn vielleicht lieber ins Taxi oder nutzt Fahrdienste wie Uber oder Bolt. Sie bieten einen vermeintlich geschützten Raum, reduzieren die Gefahrenquellen drastisch.
Allerdings haben Meldungen über teils schwere sexuelle Delikte durch männliche Fahrer das Zutrauen getrübt. Und manche Frau fühlt sich grundsätzlich unwohl, wenn sie zu einem fremden Mann ins Auto steigt. Städte wie München oder Freiburg bezuschussen zwar nächtliche Taxifahrten von Frauen, was aber nicht bedeutet, dass auch eine Frau am Steuer sitzt. Fahrdienste von Frauen für Frauen sind eine Nische, doch die Nachfrage steigt.
"Es ist eine Frage des Wohlbefindens", sagt Nadin Güner, Gründerin von G-Cars, im ntv.de-Gespräch. "Frauen haben eine ganz andere Art, miteinander zu kommunizieren, als wenn ich bei einem fremden Mann sitze." Im April vergangenen Jahres ging sie in Berlin mit ihrem Fahrdienst an den Start, das G steht für Girls und gilt sowohl im Fond als auch ausnahmslos hinter dem Steuer.













