
Bekommen Eltern lieber Mädchen statt Jungen?
n-tv
Mädchen gelten als pflegeleicht, Jungen als wild. Kein Wunder, dass sich manche werdenden Eltern unbedingt eine Tochter wünschen. Aber spielt das Geschlecht überhaupt so eine große Rolle?
Mädchen gelten als pflegeleicht, Jungen als wild. Kein Wunder, dass sich manche werdenden Eltern unbedingt eine Tochter wünschen. Aber spielt das Geschlecht überhaupt so eine große Rolle?
Aus einem Ballon regnet hellblaues oder rosafarbenes Konfetti auf die werdenden Eltern herunter. Diese jubeln. Die sozialen Medien sind voll mit Videos, in denen Paare das Geschlecht ihres ungeborenen Kindes öffentlich machen. Doch in manchen Videos macht sich Enttäuschung breit, manchmal fließen Tränen, weil das Kind nicht das gewünschte Geschlecht hat - und das scheint öfter vorzukommen, wenn hellblaues Konfetti rieselt.
Längst gibt es eine Bezeichnung für dieses Phänomen: unter dem Hashtag "Gender Disappointment" - also Geschlechtsenttäuschung - finden sich etwa auf Tiktok viele Videos. Auch in Internet-Foren für Eltern berichten Frauen, dass sie sich immer ein Mädchen gewünscht hätten und nun damit haderten, dass es doch ein Junge werde.
Hauptsache gesund, das allein reicht vielen Eltern heute nicht mehr. Diese bekommen im Vergleich zu früher weniger Kinder. Entsprechend hoch seien die Erwartungen an die Elternschaft, aber auch an das Kind, sagt Anna-Lena Zietlow, Professorin für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie an der Technischen Universität Dresden. "Man will das Allerbeste für sein Kind. Dieses muss aber auch gut ins Leben passen - überspitzt formuliert."
Vor Generationen noch wünschten sich Eltern ihr zufolge einen männlichen Nachkommen, der den Hof erben konnte. Doch mittlerweile wiesen einige Studien darauf hin, dass es in westlichen Kulturen eine Präferenz für Mädchen geben könnte, sagt die Forscherin. "Ich denke, da spielen auch ganz viele Geschlechtsstereotypen eine Rolle." Mädchen gelten als angepasster, fürsorglicher und fleißiger. Jungen sind dagegen wilder, neigen eher zu Gewalt und sind schlechter in der Schule, heißt es oft.













