
Epsteins Norwegen-Connection ist kein Zufall
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"Super-Diplomaten", ein Ex-Regierungschef und die Kronprinzessin: Warum suchte ausgerechnet Norwegens Elite Epsteins Nähe - und umgekehrt? Die Frage bewegt viele im Land des Friedensnobelpreises.
"Super-Diplomaten", ein Ex-Regierungschef und die Kronprinzessin: Warum suchte ausgerechnet Norwegens Elite Epsteins Nähe - und umgekehrt? Die Frage bewegt viele im Land des Friedensnobelpreises.
Die Norweger reiben sich in diesen Tagen die Augen über die Elite in ihrem Land. Ihre Kronprinzessin? Tauschte sich mit Epstein zu Liebesdingen aus. Ihr Ex-Ministerpräsident? Versuchte für den Sexualstraftäter allem Anschein nach ein Treffen mit Kremlchef Wladimir Putin zu arrangieren. Ein früherer Top-Diplomat? Nannte den US-Amerikaner seinen besten Freund. Das legen zumindest die neuen Veröffentlichungen im Fall Jeffrey Epstein nahe. Die Enthüllungen erschüttern das Selbstbild der Norweger. Viele fragen sich: Warum spielt ausgerechnet unser kleines Land eine so große Rolle in diesem Skandal?
Vielleicht reiner Zufall, sagt Halvard Leira vom norwegischen außenpolitischen Institut der Zeitung "Aftenposten". "Aber nach dem, was ich gesehen habe, sind Norweger klar überrepräsentiert." Eine mögliche Erklärung laut Leira: das viele norwegische Geld, das seit Jahrzehnten in internationale Organisationen fließt. "Das hat dazu geführt, dass viele Norweger internationale Spitzenpositionen innehatten." Eine attraktive Zielgruppe für Epstein, um sein Netzwerk einflussreicher Personen auszuweiten.
Ein weiterer Magnet für Mächtige: der Friedensnobelpreis. Ausgerechnet einer, der die Auszeichnung über Jahre vergab, taucht prominent in den Epstein-Akten auf. In den 90er Jahren war Thorbjørn Jagland Ministerpräsident, später Chef des norwegischen Nobelkomitees und Generalsekretär des Europarats. Letzterer hat jetzt auf Wunsch Norwegens seine Immunität aufgehoben. Denn gegen Jagland wird angesichts seiner Epstein-Kontakte wegen des Verdachts auf schwere Korruption ermittelt.
Der Norweger soll während seiner Zeit im Europarat in Epsteins Apartments in Paris und New York übernachtet und in dessen Anwesen in Palm Beach Urlaub gemacht haben. Die in der Affäre veröffentlichten Mails legen nahe, dass der Geschäftsmann wiederum Druck auf Jagland machte, ihm ein Treffen mit Putin zu organisieren.

Mit der Entscheidung, drei Geschäfte wegen Extremismusverdachts von der Verleihung des Deutschen Buchhandelspreises auszuschließen, tritt der Kulturstaatsminister eine heftige Debatte los. Nun sieht sich Weimer gezwungen, die Preisvergabe abzusagen. Eine gute Nachricht gibt es für die Preisträger aber.












