
Diese Olympischen Spiele sind nur für Reiche
n-tv
Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt sind zu Gast in Norditalien. Die Olympischen Winterspiele starten. Doch von Vorfreude ist in Mailand wenig zu spüren. Trubel und Verkehrschaos nehmen die Einwohner gerne hin, nicht aber die horrenden Preise für die Tickets.
Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt sind zu Gast in Norditalien. Die Olympischen Winterspiele starten. Doch von Vorfreude ist in Mailand wenig zu spüren. Trubel und Verkehrschaos nehmen die Einwohner gerne hin, nicht aber die horrenden Preise für die Tickets.
Aufregung? Bei vielen Athleten, die dieser Tage in Mailand und Umgebung ankommen, bestimmt. Ankommen im olympischen Dorf, die Zimmer in Beschlag nehmen, es dekorieren und die vielen Klamotten in den Farben ihrer Nation anprobieren. Ganz schön was los. Das ist es auch in der Innenstadt von Mailand, aber Aufregung ist bei den Einwohnern nicht wirklich zu spüren.
Dabei wird es jetzt ernst: Nach jahrelanger Vorbereitung starten die Olympischen Winterspiele von Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die ersten Wettbewerbe laufen schon, am Freitagabend findet dann die traditionelle Eröffnungsfeier statt. Bis zum 22. Februar läuft das Spektakel, vom 6. bis 15. März sind dann die Paralympics an der Reihe. Erwartet werden wie immer bei solchen Anlässen auch Staats- und Regierungschefs. Staatsoberhaupt Sergio Mattarella war schon Anfang der Woche in der Stadt. Am Dienstag hieß er das Internationale Olympische Komitee willkommen; am Abend wohnte er in der Scala dem von Riccardo Chailly dirigierten Konzert bei. Und nun reist er am heutigen Donnerstag schon wieder an.
Zum Teil kann die Unaufgeregtheit der Mailänder mit dem Wetter zu tun haben, es hat in letzter Zeit viel geregnet. Die Stadt ist stattdessen seit geraumer Zeit damit beschäftigt, sich für die Spiele aufzuputzen. Über den Corso Vittorio Emanuele, die Straße, die geradlinig zum Domplatz führt, schweben stilisierte Lichtgestalten, jede eine Sportart darstellend. Eine wirklich gelungene Installation, die auch in anderen Straßen zu sehen ist.
Weniger gelungen ist das "Monstrum", wie es eine Passantin vor sich hin schimpfend bezeichnet. Es handelt sich um ein Riesenzelt von 1200 Quadratmetern, das den Domplatz zur Hälfte einnimmt. Hier kann man alle Gadgets und Produkte rund um die Olympischen Spiele kaufen. Gleich daneben steht ein Turm, der den TV-Übertragungen dient. Und wer sich fragen sollte, warum der Mailänder Domplatz so verschandelt beziehungsweise vermarktet wird, der findet die Antwort auf einer Seite des Doms, an dem ein großes Display hängt. Auf diesem läuft zuerst die Werbung und gleich danach liest man: "Damit wird die Restaurierung des Doms finanziert."













