
100 Minuten Ablenkung bescheren der Liga eine bittere Wahrheit
n-tv
Der FC Bayern München hat in Dortmund am gestrigen Samstag die Meisterschaft gewonnen. Daran bestehen nur noch rechnerische Zweifel. Doch das Spiel bietet weitaus mehr als das. Beim BVB stehen nun große Entscheidungen an.
Der FC Bayern München hat in Dortmund am gestrigen Samstag die Meisterschaft gewonnen. Daran bestehen nur noch rechnerische Zweifel. Doch das Spiel bietet weitaus mehr als das. Beim BVB stehen nun große Entscheidungen an.
Als Schiedsrichter Sven Jablonski nach einem letzten Angriff des BVB das Spiel der beiden besten deutschen Mannschaften der vergangenen Jahrzehnte nach über 100 Minuten inklusive Nachspielzeit beendete, war die Bundesliga-Meisterschaft am letzten Februartag 2026 entschieden. Beim 2:3 (1:0) zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern aber hatte der Fußball sich an diesem frühen Samstagabend zumindest für die Dauer des Spiels über die Weltlage geschoben und die Zuschauer im Stadion und am TV vergessen lassen.
Einen Vorwurf musste sich die Partie im ehemaligen Westfalenstadion jedoch gefallen lassen: Sie war ein Unikat in einer zum großen Teil wenig aufregenden Bundesliga-Saison an der Spitze der Tabelle. Ein Blick auf diese genügte nach dem Spiel auch DFB-Kapitän Joshua Kimmich, um die eigene Dominanz anzuerkennen. "Das werden wir nicht mehr abgeben, das wird so bleiben", sagte der Matchwinner bei Sky.
Entkoppelt von der eigentlichen Meister-Entscheidung aber boten die fünf Tore durch Nico Schlotterbeck und Daniel Svensson auf Dortmunder Seite und Doppelpacker Harry Kane sowie Joshua Kimmich auf Münchner Seite großen Anlass zur Freude. Die Treffer waren eingebettet in eine Fülle voller verpasster Gelegenheiten (Guirassy zum 3:2), hitziger Diskussionen (Rot für Schlotterbeck?) und wuchtiger Gesänge von den Tribünen.
Das Topspiel des 24. Spieltags war eines von rarer Schönheit und respektvoller Kontroverse. Es gab traumhafte Tore, schnelle Wendungen und genau genug Schiedsrichter-Ärger, um die Fanseelen in einer Weise zu berühren, die alles andere ausblendet und das Zentrum der Wahrnehmung auf das Geschehen auf dem Platz lenkt.

Für beide Bundesliga-Aufsteiger geht es um den Klassenerhalt: Der Hamburger SV und der 1. FC Köln liefern sich ein umkämpftes Kellerduell. Beide Teams brauchen dringend Punkte, treffen aber nur jeweils einmal das Tor. Für die Hanseaten übernimmt das Fabio Vieira sehenswert, anschließend antwortet Said El Mala mit Wucht.












