
Wie aufwendig wird der Weg zum Urteil im Anschlags-Prozess?
n-tv
Beim Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt starben sechs Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Der Prozess stellt enorme Anforderungen ans Gericht.
Beim Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt starben sechs Menschen, mehr als 300 wurden verletzt. Der Prozess stellt enorme Anforderungen ans Gericht.
Magdeburg (dpa/sa) - Im umfangreichen Prozess zum Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt überlegen die Beteiligten, wie sich der Weg zu einem Urteil möglicherweise abkürzen lässt. "Wir möchten versuchen, das Verfahren zu verschlanken", sagte der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg nach einer Vorberatung der zuständigen Kammer des Landgerichts am 19. Verhandlungstag. Er schlug vor, das Verfahren auf die Fälle von Mord, versuchtem Mord und gefährlicher Körperverletzung zu beschränken. Es gehe darum, zu einem rechtssicheren Urteil zu kommen in einer absehbaren Zeit. Betroffene sollten auch einen Schlussstrich ziehen können.
Wenn es so bleibe, wie es sei, müsse das Gericht jede einzelne Verästelung aufklären wie etwa psychische Folgen. Es müsse in jedem Einzelfall geklärt werden, ob es eine dauerhafte, erhebliche Beeinträchtigung gibt. Wenn es keine Zustimmung der Nebenkläger gebe, sei das Gericht für ein rechtskräftiges Urteil gezwungen, weitere Zeugen zu hören und gegebenenfalls auch Rechtsmediziner. Die Frage sei, so Sternberg, ob bei dem jetzigen Verfahrensstand auf solche kleinen Verästelungen ankommen soll und muss. Nach aktuellem Stand sind einem Gerichtssprecher zufolge 194 Nebenkläger im Verfahren zugelassen.
Ein Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft Naumburg signalisierte Offenheit. Auch in kleineren Prozessen sei es üblich, das Verfahren zu beschränken. Mit Blick auf Verletzte, die sich nicht als Nebenkläger gemeldet hätten, wolle man aber keine pauschale Zustimmung erteilen. Es solle nicht der Eindruck entstehen, dass sie keine Rolle spielen. Der Beschränkung stehe man offen gegenüber, soweit es sich um leichte körperliche Verletzungen handele, bei denen kein stationärer Krankenhausaufenthalt nötig war. Das seien etwa 135 Verletzte.
Mehrere Verhandlungstage entfallen, damit die Verfahrensbeteiligten die Vorschläge der Kammer prüfen können. Der nächste Verhandlungstag ist der 25. Februar.













