
Vergewaltigungsopfer Pelicot will ihren Ex-Mann in Haft besuchen
n-tv
Sie erlaube sich jetzt, wieder glücklich zu sein, sagt Gisèle Pelicot. In einer Reihe von Interviews zu ihrem Buch erklärt sie, wie sie an diesen Punkt gekommen ist - nach all den Vergewaltigungen und dem öffentlichen Prozess gegen ihre Peiniger.
Sie erlaube sich jetzt, wieder glücklich zu sein, sagt Gisèle Pelicot. In einer Reihe von Interviews zu ihrem Buch erklärt sie, wie sie an diesen Punkt gekommen ist - nach all den Vergewaltigungen und dem öffentlichen Prozess gegen ihre Peiniger.
Die Französin Gisèle Pelicot hat erstmals seit ihrem öffentlichen Prozess ein Fernsehinterview gegeben. Im französischen Sender France 5 erzählt sie von ihrem Buch, das kommende Woche erscheint. Darin verarbeitet Pelicot die mehr als 200 Vergewaltigungen durch mindestens 82 Männer, die ihr damaliger Ehemann über fast 10 Jahre hinweg organisierte und filmte. Alles, während Pelicot bewusstlos war.
Pelicot schildert in dem Interview den Moment, in dem sie begriff, was ihr geschehen war. Die 73-Jährige erklärt außerdem, warum sie sich für einen öffentlichen Prozess entschied und wie ihr das geholfen hat, die Lust am Leben zurückzuerlangen. Sie wolle nicht im Schmerz verharren, sagt Pelicot.
Auch deshalb werde sie ihren Ex-Mann im Gefängnis besuchen: "Ich muss Monsieur Pelicot noch einmal sehen", erzählt die 73-Jährige dem "Spiegel" in einem weiteren Interview zu ihrem Buch. Das sei ihre Art, Abschied von ihm zu nehmen. Pelicots Ex-Mann war im Dezember 2024 zu einer Höchststrafe von 20 Jahren verurteilt worden. Sie hoffe, ihn kommenden Herbst besuchen zu können, so Pelicot. Sie habe noch offene Fragen, brauche Antworten - auch für ihre Tochter.
Die Beziehung Pelicots zu ihren Kindern und Enkelkindern litt unter den Vergewaltigungen und zerbrach, als diese bekannt wurden. "Für alle drei Kinder wurde ihr Vater schnell zum Monster", sagt Pelicot dem "Spiegel". Die Kinder hätten den Mann verloren, den sie geliebt hatten. "Wie eine Explosion, die alles mit sich riss", sei das gewesen. Ihre Tochter habe vor lauter Wut das Geschirr in Pelicots Küche zerschlagen. "Was möchtest du von diesem Leben behalten", habe sie gefragt. Auch von Pelicots Tochter gibt es Fotos in den Akten. Sie glaubt, ebenfalls vergewaltigt worden zu sein.













