
Ukrainische Rodler knien bei Olympia nieder
n-tv
Sportlich können die ukrainischen Rodlerinnen und Rodler mit ihrer Leistung zufrieden sein. Das Team landet in der Staffel auf dem sechsten Platz. Die Athletinnen und Athleten senden aber noch eine Geste an ihren ausgeschlossenen Kollegen Wladyslaw Heraskewytsch. Der wiederum kämpft um seine Olympia-Chance.
Sportlich können die ukrainischen Rodlerinnen und Rodler mit ihrer Leistung zufrieden sein. Das Team landet in der Staffel auf dem sechsten Platz. Die Athletinnen und Athleten senden aber noch eine Geste an ihren ausgeschlossenen Kollegen Wladyslaw Heraskewytsch. Der wiederum kämpft um seine Olympia-Chance.
Der Ausschluss des ukrainischen Skeleton-Fahrer Wladyslaw Heraskewytsch bei den Olympischen Winterspielen erreicht mittlerweile auch andere Disziplinen. Der Fall sorgte für großen Wirbel, weil er nicht nur im Training, sondern auch im Wettkampf einen Helm tragen wollte, auf dem Porträts von im russischen Angriffskrieg getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Aber genau das durfte er nicht.
Das IOC beharrte anfangs darauf, dass der Helm gegen Regel 50 der olympischen Charta verstoße. Politische Botschaften sind auf dem sportlichen Spielfeld nicht erlaubt. Später korrigierte sich IOC-Kommunikationsdirektor Mark Adams bei einem Pressebriefing: Es komme die Regel 40 zur Anwendung, die zwar die Meinungsfreiheit zulässt, sie aber auf dem "Field of Play", dem Spielfeld einschränkt, erklärte er.
Ein Zeichen der Solidarität mit ihrem ukrainischen Nationalmannschaftskollegen sendete am Abend das Rodel-Mixed-Team. Nachdem die sechs gestarteten Fahrerinnen und Fahrer im Ziel angekommen waren, knieten sie gemeinsam nieder und hielten ihre neutralen, weißen Helme in die Luft. Es war eine Botschaft an Heraskewytsch und an das Volk, das infolge der brutalen russischen Angriffe oft in eisiger Kälte und ohne Licht den Krieg im eigenen Land aushalten muss.
"Das war kein Protest", stellte Andriy Mandziy klar. "Es war eine Geste der Unterstützung für Wlad und eine Erinnerung an all unsere Landsleute, die im Krieg gestorben sind." Die Idee zu der Aktion hatte das Team nach eigenen Angaben gemeinsam entwickelt und vorbereitet. Nachdem die ersten Fahrerinnen und Fahrer im Ziel waren, zogen sie schnell ihre Handschuhe aus und bereiteten die Helme vor.













