
Tagelanger Sex im Drogenrausch: Was ist Chemsex?
n-tv
Sexpartys auf Crystal Meth und anderen Substanzen: Chemsex ist in Deutschland längst kein Randphänomen mehr. Warum immer mehr homosexuelle Männer zu Drogen greifen, um Lust, Nähe und Realitätsflucht zu erleben.
Sexpartys auf Crystal Meth und anderen Substanzen: Chemsex ist in Deutschland längst kein Randphänomen mehr. Warum immer mehr homosexuelle Männer zu Drogen greifen, um Lust, Nähe und Realitätsflucht zu erleben.
Liquid Ecstasy, Crystal Meth oder Trend-Substanzen wie Mephedron und Monkey Dust: Für einige homosexuelle Männer gehören diese und andere Drogen zu ihrem Sexualleben dazu. Sie werden geschluckt, durch die Nase gezogen, oder - vor allem im Fall von Meth - gespritzt. "Slamming" nennt man den intravenösen Konsum in der Szene. "Die Szene", das ist die Chemsex-Community, in der Männer sich gezielt mit anderen Männern treffen, um Sex auf "Chems", also auf chemischen Drogen zu haben.
Verabredet wird sich meist über Dating-Apps wie Grindr oder Romeo. Auf den Profilen deuten Abkürzungen wie etwa "h&h" (high und horny, auf deutsch: berauscht und geil) darauf hin, dass Personen Chemsex praktizieren. Er kann zu zweit stattfinden, aber auch mit mehreren Personen gleichzeitig. Oft kommen Gruppen von Männern auf sogenannten "Chills" zusammen - Sexpartys, die unter Umständen Tage dauern können.
Auf der Seite von IWWIT (Ich Weiß Was Ich Tu), einem Präventionsprojekt der Deutschen Aidshilfe, beschreibt der Aussteiger Timo Koch, wie er seine Zeit in der Chemsex-Szene erlebt hat. "Neulich im Chat schickte mir ein attraktiver junger Mann ein Bild von sich: Lässig an einem Tisch sitzend, auf dem weiße und andere Pülverchen ausgebreitet sind, grinst er in die Kamera. Eine Glaspfeife und andere Utensilien. Er lädt mich zu sich nach Hause ein […] Ich denke an all die Nächte und Tage, an die Wochenenden, die bis Mittwoch dauerten, in denen ich selber high war."
Mittlerweile sei er seit acht Jahren clean, den Kontakt zur Community suche er trotzdem noch gelegentlich. Überhaupt habe ihn die Suche erst in die Szene geführt. Eine Suche nach Intimität, nach Zugehörigkeit - und nach Kontrollverlust.













