
Sri Lankas Militär stürmt wichtigstes Protestcamp
n-tv
Monatelang belagern Menschen das Präsidentenbüro auf Sri Lanka. Nachdem sein Vorgänger ins Ausland geflohen ist, geht der neue Präsident nun gewaltsam gegen die Protestierenden vor: Mit rund 1000 Mann stürmen Polizei und Militär das Hauptprotestlager.
Im Krisenland Sri Lanka hat ein massives Aufgebot von Sicherheitskräften das wichtigste Protestlager von Regierungsgegnern beim Präsidentenbüro gestürmt und aufgelöst. Beim Einsatz von rund 1000 Polizisten und Soldaten wurden nach Polizeiangeben neun Menschen festgenommen und später auf Kaution wieder freigelassen. 14 verletzte Protestler seien nach der Razzia in das National Hospital eingeliefert worden, sagte ein Sprecher.
Der Protest der Menschen richtet sich unter anderem gegen den neuen Präsidenten Ranil Wickremesinghe, der wenige Stunden zuvor vereidigt wurde. Sie sehen in ihm einen Vertreter der Machtelite um den nach beispiellosen Massenprotesten ins Ausland geflüchteten Ex-Präsidenten Gotabaya Rajapaksa. Sri Lanka steckt in einer schweren Wirtschafts- und Finanzkrise, für die Menschen ein Missmanagement der politischen Führung verantwortlich machen. Als neuer Regierungschef wurde das langjährige Mitglied der Regierungspartei, Dinesh Gunawardena, gemeinsam mit 17 Ministern vereidigt. Der 73-jährige Gunawardena war zuvor vom neuen Präsidenten ernannt worden. Auch der neue Premier gilt als langjähriger loyaler Anhänger des geflüchteten Ex-Präsidenten.
Der in weiten Kreisen unpopuläre neue Präsident Ranil Wickremesinghe hatte bei seiner Amtseinführung gesagt, jeder Versuch, die Regierung zu stürzen oder Regierungsgebäude zu besetzen, sei keine Demokratie, sondern gegen das Gesetz. Wenige Stunden später begann der Sturm auf das Hauptprotestlager. Die Polizei wollte nach eigenen Angaben mit dem Einsatz sicherstellen, dass der neue Präsident wieder in seinem Büro arbeiten kann.













