
So schaut die Thüringer Bundeswehr auf die Wehrdienst-Demos
n-tv
In etlichen Städten gingen Schülerinnen und Schüler gegen den neuen Wehrdienst auf die Straße. Das sagt die Bundeswehr im Freistaat zu den Demonstrationen und zum Anlaufen des Wehrdiensts.
In etlichen Städten gingen Schülerinnen und Schüler gegen den neuen Wehrdienst auf die Straße. Das sagt die Bundeswehr im Freistaat zu den Demonstrationen und zum Anlaufen des Wehrdiensts.
Erfurt (dpa/th) - In etlichen Thüringer Städten sind Schülerinnen und Schüler gegen den neuen Wehrdienst auf die Straße gegangen. Unter anderem in Jena, Erfurt, Gotha und Weimar waren Demonstrationen während der Schulzeit geplant. In Erfurt beteiligten sich nach Angaben der Polizei in der Spitze etwa 300 Schülerinnen und Schüler, in Jena waren es rund 1.000. Die Veranstalter sprachen von 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Proteste in Jena. Auf Plakaten stand "Bildung statt Krieg", "Wehr dich!" oder "Wir sind kein Kanonenfutter".
"Wir stehen heute hier, weil wir nicht für ein Land töten und sterben wollen, das fast nie auf unsere Stimmen hört. Wir dürfen nicht einmal wählen und mit entscheiden, wer in diesem Land regiert und trotzdem wird über unser Leben und unsere Zukunft von der Regierung entschieden", wird ein Schüler aus dem Schulstreikbündnis Jena in einer Mitteilung zitiert.
Ziemlich entspannt. So sagt etwa der Chef des Logistikkommandos in Erfurt, Jochen Dreuer, das sei Teil der Demokratie: "Das ist doch toll, dass die jungen Männer und Frauen auf die Straße gehen können und sagen können: "Das finde ich nicht gut"." Ähnlich äußert sich der Kommandeur des Landeskommandos Thüringen, Klaus Glaab: "Ich betrachte das überhaupt nicht als in irgendeiner Art und Weise kritisch, sondern als Gesamtteil einer großen Diskussion, die wir führen müssen." Daraus könne beispielsweise auch eine Diskussion über eine allgemeine Dienstpflicht entstehen.
Gemischt. Recht deutliche Kritik kam zuletzt etwa von Landtagspräsident Thadäus König (CDU). Bei einem Empfang der Bundeswehr sagte er: "Wenn wir über die Wehrpflicht diskutieren, brauchen wir Dialog statt Demos." Die Linke hingegen unterstützt die Demonstrationen und bezeichnet sie als legitimen Protest: "Wir sagen Ja zur Selbstbestimmung und Nein zu Zwangsdiensten." Auch die Lehrergewerkschaft GEW erklärte sich solidarisch. "Wir ermutigen Pädagoginnen und Pädagogen, mit ihren Schülerinnen und Schülern zum Thema Wehrpflicht ins Gespräch zu kommen und zur gemeinsamen Teilnahme an örtlichen und/oder überregionalen Schulstreiks."













