
Jetzt fällt der EU ihre Heuchelei auf die Füße
n-tv
Ein perfekter Moment, um Brüssel vorzuführen: Als der Krieg im Iran die Energiepreise hochtreibt, droht Putin, den Europäern den Gashahn zuzudrehen. So entlarvt er die Doppelmoral der EU. Denn die erlaubt noch Energiegeschäfte mit ihm – trotz der beschworenen Solidarität mit der Ukraine.
Ein perfekter Moment, um Brüssel vorzuführen: Als der Krieg im Iran die Energiepreise hochtreibt, droht Putin, den Europäern den Gashahn zuzudrehen. So entlarvt er die Doppelmoral der EU. Denn die erlaubt noch Energiegeschäfte mit ihm – trotz der beschworenen Solidarität mit der Ukraine.
Mit seiner Drohung, den Gashahn zuzudrehen, entblößt Wladimir Putin die Achillesferse der EU. Seine Muskeln kann der russische Präsident jetzt spielen lassen, da der Krieg im Iran die Gaspreise bereits in die Höhe schießen lässt. Putin weiß: In dieser Gemengelage sorgen zusätzliche Drohungen aus Moskau auf den Energiemärkten für neue Unsicherheiten und Preissprünge. Besondere Genugtuung dürfte Putin die Gewissheit geben, Europas Inkonsequenz propagandistisch auszuschlachten: Seht her, das habt ihr Heuchler nun davon – ihr verurteilt den Krieg in der Ukraine, aber füllt weiter meine Kriegskasse mit euren Energiekäufen!
Und damit hat Putin völlig Recht. Wie kann das denn sein: Im vierten Kriegsjahr 2025 wurde aus den EU-Mitgliedstaaten insgesamt jeden Monat knapp eine Milliarde Euro für russisches Gas an Moskau überweisen laut Angaben des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA). Zugleich beteuern die meisten EU-Länder immer wieder, an der Seite der Ukraine zu stehen. Nur scheint die Solidarität nicht so weit zu reichen, Putin den Geldhahn ohne wenn und aber zuzudrehen.
Dabei hat Russland seinerseits den Gashahn nach Kriegsbeginn schon mal gedrosselt. Ein zuverlässiger Energielieferant handelt anders. Doch die Verantwortlichen in der EU-Kommission und in den europäischen Hauptstädten lassen sich davon offenbar nicht aus der Ruhe bringen. Vollständig beenden will Brüssel die russischen Gaslieferungen durch Gesetzesvorgaben erst bis Ende 2027. Bis dahin werden weitere Milliarden an den Kreml fließen - außer Putin beendet die Geschäfte.
Die Situation ist nicht nur grotesk, sondern auch machtpolitisch eine Katastrophe: Wer soll die EU ernst nehmen, wenn sie noch abhängt von Entscheidungen eines Despoten, der sich am liebsten ganz Europa untertan machen würde? Mit ihrem Zaudern verzwergt die EU sich selbst. Weder Putin noch sein Amtskollege im Weißen Haus in Washington wird ihr so auf Augenhöhe begegnen. Denn Europas Stärke und Entschlossenheit sind in ihren Augen nur geheuchelt.













