
Schmerzensgeld-Klage nach Antisemitismus-Eklat bei documenta
n-tv
Eine Frau jüdischen Glaubens fordert nach dem Antisemitismus-Eklat auf der documenta Schmerzensgeld. Vor Gericht kam es zu keiner Einigung. Die Entscheidung soll am 15. April fallen.
Eine Frau jüdischen Glaubens fordert nach dem Antisemitismus-Eklat auf der documenta Schmerzensgeld. Vor Gericht kam es zu keiner Einigung. Die Entscheidung soll am 15. April fallen.
Kassel (dpa/lhe) - Muss die documenta einer Frau jüdischen Glaubens wegen antisemitischer Kunst Schmerzensgeld zahlen? Mit dieser Frage hat sich am Mittwoch das Amtsgericht Kassel befasst. Die Frau sieht sich von der documenta und Museum Fridericianum gGmbH in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt. Ein Vergleich kam bei der Güteverhandlung nicht zustande.
Anlass des Rechtsstreits ist das auf der Weltkunstausstellung im Jahr 2022 ausgestellte Werk "People's Justice" des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi. Die großflächige Banner-Installation wurde kurz nach Beginn der documenta wegen antisemitischer Bildsprache zunächst verhüllt und später abgehängt. Zuvor war heftige öffentliche Kritik laut geworden an dem Werk, auf dem unter anderem ein Soldat mit Schweinsgesicht zu sehen war, der ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift "Mossad" trägt - die Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes.
Die Klägerin, eine 77-jährige Jüdin aus dem niedersächsischen Laatzen, fordert wegen "antijüdischer Beleidigung" 1.500 Euro Schmerzensgeld von der documenta gGmbH. Die Gesellschaft hätte als Verantwortliche für die Kunstausstellung das Kunstwerk nicht öffentlich darstellen dürfen, argumentierte sie. Es obliege ihr nunmehr, ihr Fehlverhalten durch eine Geldzahlung öffentlich anzuerkennen und sich zu entschuldigen.
Bei der Verhandlung erklärte sich die Klägerin zu einem Vergleich bereit. Bedingung sei, dass die Gesellschaft ihr Bedauern gegenüber ihr und dem jüdischen Volk ausdrücke und einen symbolischen Betrag von 250 Euro an eine jüdische Gemeinde zahle, führte ihr Anwalt aus.













