
Rüstung als Chance für Autobranche - aber kein Allheilmittel
n-tv
Milliarden fließen in den kommenden Jahren in die Verteidigung. Können sie auch der kriselnden Autoindustrie helfen? Warum der Weg in den Markt für Rüstungsgüter nicht ganz einfach ist.
Mainz/Berlin (dpa/lrs) - Schrumpfender Absatz, sinkende Erlöse selbst bei den Branchenriesen - die deutsche Automobilindustrie steckt in einer tiefen Krise, und mit ihr die vielen Zulieferer, von denen es in Rheinland-Pfalz zahlreiche gibt. Das Geschäft mit Rüstungsgütern dagegen brummt angesichts der immens gestiegenen Investitionen in die Verteidigung. Steckt hier die große Chance für so manches Unternehmen zwischen Westerwald und Südpfalz?
Die Gründe für den Abschwung sind vielfältig, reichen von US-Zöllen bis hin zu Absatzproblemen im wichtigen chinesischen Markt. Einige Beispiele: Bei BMW brach der Gewinn im ersten Halbjahr 2025 um mehr als ein Viertel ein, bei VW um mehr als ein Drittel, bei Mercedes-Benz um mehr als die Hälfte.
In der Folge bleiben bei Zulieferern Aufträge aus, dazu kommen Kosten für den Wandel hin zum Elektromotor. ZF etwa streicht Tausende Stellen, auch in Saarbrücken. Auch andere Zulieferer wie Bosch oder Continental mit Standorten in der Region wollen Jobs abbauen. Können die gebeutelten Unternehmen Auftragsbücher füllen und Jobs erhalten, wenn sie in den Markt für Rüstungs- oder Dual-Use-Güter einsteigen, also für Güter, die sowohl zivil als auch militärisch genutzt werden können?
