
Medizinisches Cannabis bleibt in Thüringen Nischenprodukt
n-tv
Kiffen in der Öffentlichkeit ist inzwischen erlaubt. Doch legal lässt sich die Droge ohne größeren Aufwand kaum beschaffen. Versuchen es nun mehr Menschen über andere Wege?
Erfurt (dpa/th) - Die Cannabis-Legalisierung hat nach Einschätzung mehrerer Krankenkassen bislang keinen größeren Einfluss auf den medizinischen Einsatz von Cannabis in Thüringen. Es habe im Jahresverlauf keine Auffälligkeiten bei den Anträgen auf Kostenübernahme gegeben, teilten etwa die Barmer und die IKK Classic mit. Allerdings berichtete die IKK, dass einige Menschen mit bereits abgelehnten Anträgen es erneut versucht hätten - wieder ohne Erfolg.
Auch von der AOK Plus hieß es, die Teilentkriminalisierung habe keinen Einfluss auf die Anwendung von Cannabis in der Medizin. Ein Rezept auf Kassenkosten sei nach wie vor nur bei schweren Erkrankungen ohne Therapiealternativen möglich. In einigen Fällen hätten Menschen aber gedacht, dass nun jeder Versicherte Cannabis in Anspruch nehmen könne. Das habe zu deutlich mehr Anfragen zu dem Thema geführt.
Thüringens größte Krankenkasse AOK Plus verzeichnet jährlich etwa 300 Anträge auf medizinisches Cannabis. Bei der IKK Classic und der Barmer sind es jeweils mehrere Dutzend. Die Techniker Krankenkasse hat keine regionalen Daten. Oft ging es um Verschreibungen im Zusammenhang mit Schmerzen, aber auch Spastiken bei Multipler Sklerose oder Krebserkrankungen.
