
Jäger in Thüringen erwarten eher wenige Wolfsabschüsse
n-tv
Trotz neuer Regeln rechnen Thüringens Jäger mit seltenen Wolfsabschüssen. Warum bleibt der Wolf für sie weiter ein Ausnahmefall?
Trotz neuer Regeln rechnen Thüringens Jäger mit seltenen Wolfsabschüssen. Warum bleibt der Wolf für sie weiter ein Ausnahmefall?
Erfurt (dpa/th) - Der Landesjagdverband erwartet auch mit der voraussichtlichen Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz keine häufigen Abschüsse der Tiere in Thüringen. "Aus heutiger Sicht ist nicht von flächendeckenden Entnahmen in Thüringen auszugehen, sondern von gezielten Maßnahmen bei problematischen Individuen oder Rudeln", hieß es auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur vom Verband.
Aktuell wird im Land eine Änderung der Jagdverordnung vorbereitet, die Jagdzeiten für den Wolf festlegen soll. Zudem soll ein Managementplan für den Umgang mit den Tieren erarbeitet werden. Der Bundestag hatte zuvor die Aufnahme des Wolfs ins Bundesjagdgesetz und somit einen erleichterten Abschuss von Wölfen zum Schutz von Weidetieren beschlossen. Der Bundesrat muss dem aber noch zustimmen.
Den Plänen zufolge soll eine reguläre Jagdzeit vom 1. Juli bis zum 31. Oktober möglich sein, wenn in der Region der Erhaltungszustand der Population als günstig gilt. Unabhängig davon dürfen Wölfe auch außerhalb dieser Zeit geschossen werden, wenn sie trotz ausreichenden Herdenschutzes Weidetiere töten oder verletzen.
Die Definition dessen, was als "günstiger" Erhaltungszustand für den immer noch als geschützt eingestuften Wolf gilt, ist bislang nicht festgelegt. In Thüringen leben mit aktuell etwa 30 nachgewiesenen Tieren aber deutlich weniger Wölfe als etwa in Sachsen oder Brandenburg.













