
Hitlers Geburtshaus in Braunau am Inn wird zur Polizeistation
n-tv
Eine kleine Stadt an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland ringt immer noch mit der NS-Vergangenheit. Hier wurde Adolf Hitler geboren, dessen Geburtshaus bald als Polizeiwache dienen soll. Das gefällt nicht allen Bürgern der Stadt.
Eine kleine Stadt an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland ringt immer noch mit der NS-Vergangenheit. Hier wurde Adolf Hitler geboren, dessen Geburtshaus bald als Polizeiwache dienen soll. Das gefällt nicht allen Bürgern der Stadt.
Die Bauarbeiten sind fast abgeschlossen, in wenigen Wochen soll die Polizei im österreichischen Braunau am Inn ihre neue Wache beziehen. Das helle Steinhaus ist unspektakulär, doch seine Geschichte macht es zum Politikum: Hier wurde Adolf Hitler geboren. Um die Nutzung des Gebäudes wurde jahrelang gestritten. Noch immer löst die Umwidmung des Hauses bei den Menschen in der Grenzstadt am Inn gemischte Gefühle aus.
"Es ist ein sehr zweischneidiges Schwert", sagt Sibylle Treiblmaier vor Hitlers Geburtshaus. Zwar könne die Verwendung als Polizeiwache verhindern, dass sich Neonazis dort versammeln. "Aber ich finde, man hätte es besser oder anders nutzen können", ist die 53-jährige Büroassistentin überzeugt.
Die Regierung wollte mit dem Umbau eine "Neutralisierung des gesamten Ortes" erreichen und verabschiedete 2016 ein Gesetz, um die baufällige Immobilie aus dem Besitz des privaten Eigentümers zu übernehmen. Zuvor hatte das Innenministerium das Haus bereits gemietet und unter anderem als Einrichtung für Menschen mit Behinderung genutzt.
Österreich ringt seit Jahrzehnten mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit. 1938 annektierte Hitler das Nachbarland, der "Anschluss" ans Deutsche Reich wurde von vielen Österreichern bejubelt. Während der Nazi-Herrschaft wurden etwa 65.000 österreichische Juden ermordet und 130.000 ins Exil gezwungen. Immer wieder wurde Österreich vorgeworfen, seine Mitverantwortung für den Holocaust nicht vollständig anzuerkennen.













