
Feuerleiter stürzt ab - Bauleiter erneut verurteilt
n-tv
Drei Männer steigen auf eine Fluchtleiter, um zu rauchen. Die stürzt ab, ein 22-Jähriger stirbt. Der verantwortliche Bauleiter hat in einem Berufungsverfahren erneut eine Bewährungsstrafe erhalten.
Kassel (dpa/lhe) - Nach dem Tod eines jungen Mannes beim Einsturz einer Feuerleiter in Kassel hat der verantwortliche Bauleiter in einem Berufungsverfahren erneut eine Bewährungsstrafe erhalten. Das Landgericht Kassel verurteilte den heute 70-Jährigen wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zu neun Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und 10.000 Euro Geldstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Zu dem tödlichen Unfall war es Ende August 2022 gekommen, als ein 22-Jähriger mit zwei weiteren Männern durch ein Küchenfenster einer Wohnung im zweiten Obergeschoss auf die Fluchtleiter stieg, um dort zu rauchen. Die Leiter war auf einem angrenzenden Podest an der Hausfassade angebracht. Nach kurzer Zeit löste sich die Verankerung des Podests aus der Hauswand und die Konstruktion kippte weg. Zwei der drei Männer stürzten siebeneinhalb Meter in die Tiefe.
Das Landgericht sah es als erwiesen an, dass der Rentner aus Niedersachsen für die mangelhafte Konstruktionsstabilität des Podests und damit für den folgenschweren Unfall verantwortlich war, weil er unzureichende Dübel verbaute. Er hatte die Notleiter mit Mitarbeitern im Jahr 2013 installiert.
