
Für Trump hätte es nicht besser kommen können
n-tv
Der US-Präsident hat eine schlechte Woche: Streit mit dem reichsten Menschen der Welt, ein Machtkampf um das wichtige Haushaltsgesetz. Er wirkt angeschlagen. Dann die unerwartete Rettung: Migrationsproteste in Los Angeles. Und Trump ist wieder der alte. Womöglich mächtiger als je zuvor.
Die Proteste in Los Angeles sind für US-Präsident Donald Trump genau zur rechten Zeit gekommen. Sie folgen auf eine Woche, in der Trump nicht gut ausgesehen hatte: Er zerstritt sich auf offener Bühne mit Tesla-Milliardär Elon Musk. Der schoss scharf gegen Trumps gewaltiges Haushaltsgesetz, das zuvor nur knapp die erste Hürde im Kongress genommen hatte. Trump hätte ohne ihn und sein Geld nie die Wahl gewonnen, so Musk. Musk kokettierte mit der Gründung einer eigenen Partei. Das Thema hätte die US-Medien sicher noch eine Weile beschäftigt, aber dann kam Los Angeles.
Am vergangenen Freitag führte die Einwanderungsbehörde ICE in Los Angeles mehrere Razzien durch und nahm mehr als 40 Menschen fest - angeblich alle ohne Aufenthaltserlaubnis. In den mehrheitlich migrantischen Vierteln organisierte sich schnell Widerstand. Protestierende forderten die Freilassung der Festgenommenen. Einige Hundert wurden gewalttätig, die Polizei feuerte mit Gummigeschossen und Blendgranaten auf die Randalierer - eindrucksvolle Bilder, die die Berichte über die größtenteils friedlichen Proteste bestimmten. Trump zögerte nicht lange und schickte die Nationalgarde. Der Präsident wollte wohl Entschlossenheit demonstrieren - bei einem Thema, das für seinen Wahlsieg mitentscheidend war: Abschiebungen.
Mit harter Migrationspolitik kann Trump noch punkten – bei anderen Themen wie Inflation, Zöllen oder auch der Ukraine bröckelt dagegen die Zustimmung. Laut Umfragen sprechen sich über die Hälfte der Befragten für seine Einwanderungspolitik aus - ein seltener Wert inmitten sonst schwacher Zustimmungswerte.
