
Die Qual des Wals
Süddeutsche Zeitung
In der Ostsee ist ein Wal gestrandet und erfährt viel Aufmerksamkeit und Betroffenheit – während wir das Artensterben weiterhin erfolgreich ignorieren. Über die Volten des Mitgefühls.
Sollte er nicht endlich einen Namen bekommen, der vor dem Timmendorfer Strand auf Grund gelaufene Buckelwal? „Timmbucktu“ würde sich anbieten, sofern diese Wortschöpfung nicht Gefahr läuft, in die Kategorie kulturell-animalische Aneignung zu fallen. Es gibt allerdings auch Gegenstimmen, die davor warnen, dem gestrandeten Geschöpf einen Namen zu geben, weil das die emotionale Bindung an das leidende Tier noch weiter verstärken könnte. Und damit willkommen im Streitfall Kant gegen Hume, Einzelfall gegen kollektive Verantwortung und fernes Unglück gegen nahes Leid.













