
Nasa will Commander-Posten auf künftiger Raumstation verkaufen
Süddeutsche Zeitung
Die US-Raumfahrtbehörde stellt ihren Zeitplan für den Aufbau einer Mondstation vor, will mit einem Nuklearantrieb zum Mars – und hofft auf mehr Geld von Investoren.
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa baut ihr Mondprogramm weiter grundlegend um: Die Pläne für eine um den Mond kreisende Raumstation namens „Gateway“ werden vorerst eingestampft. Die Raumstation, an deren Planung auch die europäische Raumfahrtagentur Esa beteiligt war, sollte als Zwischenstation für bemannte Missionen zum Mond und später möglicherweise auch zum Mars dienen. Bis 2028 plane die Nasa, das erste nuklearbetriebene Raumschiff zum Mars zu schicken, verkündete Nasa-Chef Jared Isaacman bei einer Veranstaltung in Washington, D.C.
Es werde eine dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond anvisiert, sagte Isaacman weiter. „Diese Mondstation wird nicht über Nacht erscheinen. Wir werden in den nächsten sieben Jahren rund 20 Milliarden Dollar investieren und sie mit Dutzenden Missionen bauen.“ Eine dauerhafte Mondstation ist seit Jahrzehnten geplant, nun formuliert der Nasa-Chef drei Phasen, in denen das Ziel erreicht werden soll: Den Zugang zum Mond sollen die für 2028 geplanten astronautischen Mondlandungen sichern. 2029 soll der Betrieb der Mondstation beginnen und ab 2032 eine „semi-permanente“ Präsenz einer Mondbasis-Crew erreicht sein.
Die Nasa kündigte ebenfalls an, die Nachfolge der internationalen Raumstation ISS weiter zu kommerzialisieren. Es gebe bisher nicht so viele Interessenten aus dem Privatsektor wie erhofft. Deswegen sieht der neue Plan vor, selbst den Commander-Posten einer neuen Raumstation im niedrigen Erdorbit zum Verkauf zu stellen. Die von fünf Raumfahrtbehörden betriebene ISS soll Ende 2030 außer Betrieb gehen.
Zu den Mondplänen sagte Isaacman: „Die Nasa ist verpflichtet, erneut das fast Unmögliche zu erreichen: vor dem Ende der Amtszeit von Präsident Trump auf den Mond zurückzukehren, eine Mondbasis zu bauen, eine anhaltende Präsenz zu etablieren und die anderen Dinge zu tun, die eine amerikanische Anführerschaft im Weltraum sicherstellen.“
Hintergrund sei auch der globale Konkurrenzkampf im All. „Die Uhr läuft in diesem Wettkampf der Großmächte, und Erfolg oder Niederlage wird in Monaten, nicht Jahren gemessen werden.“ Schon seit Jahren gibt es einen neuen Wettlauf von Raumfahrtnationen zum Mond. Größter Konkurrent der USA ist China mit dem vorgegebenen Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Auch Russland will Menschen auf den Mond bringen, hat aber mit Verzögerungen wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten zu kämpfen.













