
Die Rache der Buchbranche
Süddeutsche Zeitung
Die Leipziger Buchmesse 2026 war politisch wie lange nicht mehr, mit polarisierten Debatten und Wolfram Weimer als Feindbild. Das ist einseitig – und trotzdem produktiv. Eine Bilanz.
Vor der Bilanz der Leipziger Buchmesse noch ein letztes Mal dem freundlichen Ansager vom Kundenservice lauschen, der den Aus- und Einsteigevorgang beim Shuttlebus zur S-Bahn betreut. Er spricht in sein Megafon wie der routinierte Betreiber eines Fahrgeschäfts: „Sie erfahren nur Wahrheiten von mir. Wann der nächste Bus kommt, weiß ich nicht. Wenn er kommt, fährt er erst wieder los, wenn er voll ist. Also keine Scheu, steigen Sie ein!“ Der nächste Bus kommt drei Minuten später – und fährt vier Minuten später wieder ab. Es läuft alles reibungslos. Bis zum Schluss.

Geboxt, verbrannt, angebrüllt: Mitarbeiter berühmter Köche berichten immer wieder von Brutalität bei der Arbeit – so wie nun aus dem Umfeld von »Noma«-Star René Redzepi. Wird sich die Branche nun verändern? Welchen Einfluss hat man als Gast? Ein Gespräch mit der Buchautorin Nora Bouazzouni, die das System von innen kennt.












