
CDU-Chef Merz entdeckt die Grünen als Partner wieder
Die Welt
Mit Angriffen auf die Grünen lässt es sich bei der Unionsbasis zuverlässig punkten. Doch wenn die Union eine Machtoption haben will, darf sie Habeck und Co. auch nicht total vergrätzen. CDU-Chef Merz versuchte in Münster den Spagat. Und äußerte sich auch über den Kurs der FDP.
Heftige Attacken auf die Grünen gehören zum festen Repertoire nahezu aller Wahlkampfauftritte oder Mitgliederversammlungen der Unionsparteien. Regelmäßig nehmen Spitzenpolitiker von CDU und CSU vor allem Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck ins Visier. Aber auch seine Partei insgesamt, die vorzugsweise für Verbote, Bevormundung, einen sich krakenhaft ausbreitenden Staat verantwortlich gemacht wird – und natürlich für die sogenannte Woke- und Genderkultur, die für viele Unionspolitikern wie -wählern ein Ärgernis ist.
Und dennoch reicht CDU-Chef Friedrich Merz, der selbst mit Angriffen auf die Grünen üblicherweise nicht spart, eben dieser Partei nun indirekt, aber ziemlich unverhohlen die Hand.

Wie viel Provokation hält die Demokratie aus? Peter Neumann, Professor für Sicherheitsstudien am King’s College in London, verteidigt im WELT-Interview auch radikale und unbequeme Meinungen – und erklärt, warum staatliche Verbote der falsche Weg sind, selbst wenn autoritäre Narrative gezielt gestreut werden.












