Candice Breitz tappt in die Falle der kulturellen Aneignung
Die Welt
Der provokative Rollenwechsel gehört zum Handwerk der Videokünstlerin Candice Breitz. Bekannter ist sie als identitätspolitische und antiisraelische Kulturkämpferin. Dass sie dafür nun Christoph Schlingensief instrumentalisiert, zeigt die Schwäche ihrer Propaganda.
Der provokative Rollenwechsel gehört zum Handwerk der Videokünstlerin Candice Breitz. Bekannter ist sie als identitätspolitische und antiisraelische Kulturkämpferin. Dass sie dafür nun Christoph Schlingensief instrumentalisiert, zeigt die Schwäche ihrer Propaganda. Wer ist eigentlich Candice Breitz? Ein Name, der im Kunstbetrieb seit einiger Zeit seltener im Zusammenhang mit Kunst, sondern eher mit verbalem Krawall auftaucht. Ein Foto auf Instagram, das eine weiße, wasserstoffblonde, sehr kurzhaarige Frau zeigt, die grimmig dreinblickt und noch grimmigere Posts absondert. Ihre Themen sind Gaza und der „Genozid“, üble Zionisten und Zensur in Deutschland. Als deren Opfer sieht Candice Breitz sich selbst, seitdem das Saarlandmuseum, Saarbrückens Museum für moderne Kunst, nach dem Hamas-Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 eine Ausstellung mit ihr absagte – aufgrund ihrer kontroversen Aussagen zum Gazakrieg. Wer Breitz’ Instagram-Posts seitdem verfolgte, fragte sich, ob da wirklich eine Kunstprofessorin der HBK Braunschweig am Werk war oder nicht eher eine wutentbrannte Linksaktivistin, die genug Zeit hat, in dem sozialen Netzwerk gegen die eigene Unsichtbarkeit zu kämpfen. Die Professur an der Kunsthochschule hat Breitz, die aus Südafrika stammt und Jüdin ist, inzwischen aufgegeben, anscheinend um sich aggressiven Posts gegen Menschen hinzugeben, die nicht ihrer Meinung sind. Als müssten deutsche Institutionen noch extra beweisen, dass hierzulande niemand zensiert wird und man möglicherweise sogar Hetzreden goutiert (obwohl das in Deutschland per Gesetz verboten ist), wird Breitz aber gelegentlich zu Talks eingeladen.
