Jedes Bild bekräftigt den Mythos – völlig zu Recht
Die Welt
In seinem kurzen Leben hat Jean-Michel Basquiat ein überwältigendes Werk geschaffen. Eine Reihe von Bildern, die er bis zu seinem Tod bei sich behalten hat, untermauern seinen Rang als Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts.
In seinem kurzen Leben hat Jean-Michel Basquiat ein überwältigendes Werk geschaffen. Eine Reihe von Bildern, die er bis zu seinem Tod bei sich behalten hat, untermauern seinen Rang als Ausnahmekünstler des 20. Jahrhunderts. Über die Frage, welcher bildende Künstler des 20. Jahrhunderts wohl der bedeutendste sei, kann man bestens streiten. Es gibt viel Wettbewerb um die vorderen Plätze. Mit jeder Ausstellung von Jean-Michel Basquiat, mit jedem seiner großen Gemälde, aber auch mit weniger präsenten Bildern wird die Antwort allerdings klarer. Es gibt wenige Kunstwerke, deren Ausdruckskraft sich so unmittelbar auf den Betrachter überträgt, wie die „Köpfe“ von Basquiat. Sie wirken so direkt, als gäbe es die distanzierende Grenze zwischen Leinwand und Auge nicht. Das empfand die Kunstszene in New York so, als Jean-Michel Basquiat sie 1978 als cooles Kid aus dem Umfeld von Street-Art und Hip-Hop betrat. Und ebenso schockierend nahm man seine Kunst wahr, als Basquiat die Weltbühne zehn Jahre später nach steilster Karriere und dem finalen Konsum einer Überdosis Drogen am 12. August 1988 im Alter von 27 Jahren wieder verließ. Sein Werk wirkt heute immer noch aus sich selbst heraus, ohne Vermittlung, ohne wortreiche Erklärung oder Verklärung, die heute oft von Künstlern selbst schon mit verabreicht wird.
