
365-Euro-Ticket für Münchner Studierende vor dem Aus?
n-tv
München (dpa/lby) - Gerade eben hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) die flächendeckende Einführung eines 365-Euro-Tickets in ganz Deutschland gefordert - doch die Studierenden in München müssen ihre Hoffnungen darauf womöglich vorerst begraben. Der Freistaat Bayern habe kurzfristig entschieden, sich nicht mit zwei Dritteln an einer Finanzierung zu beteiligen, monierte das Netzwerk junge Mobilität des Kreisjugendrings München-Stadt am Montag. Damit stehe das Projekt der Stadt München vor dem Aus, Studierende spätestens ab kommendem Jahr in das 365-Euro-Ticket aufzunehmen, das bisher für Azubis und Schüler gilt.
Aus dem Verkehrsministerium hieß es, man habe für München weder einen Einführungszeitpunkt noch eine Finanzierungsquote festgelegt. "Die Ausweitung ist ein langfristiges Ziel der Staatsregierung", sagte ein Sprecher und verwies auf ein stufenweises Vorgehen.
In einem ersten Schritt habe man das Ticket für Schüler und Auszubildende rund um große Städte eingeführt. Ab dem Winter 2023 wolle man das Angebot evaluieren, auch um eine Ausweitung auf weitere Räume und Berechtigte zu prüfen. Für die langfristige Umsetzung und Ausweitung komme es maßgeblich auf die finanzielle Unterstützung des Bundes an. Im Falle einer Ausweitung werde sich die Staatsregierung mit den Kommunen auf eine ausgewogene Finanzierung einigen.
Der Wirtschafts- und der Mobilitätsausschuss habe das Thema für eine gemeinsame Sitzung am Mittwoch auf die Tagesordnung gesetzt. In der Vorlage dazu heißt es, man habe vom Verkehrsministerium Anfang Juni überraschend eine ablehnende Antwort erhalten. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) habe daraufhin auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) um finanzielle Beteiligung gebeten.

Der Politikwissenschaftler Thomas Biebricher rechnet damit, dass der Streit um die "Lifestyle-Teilzeit" auf dem CDU-Parteitag zumindest im Hintergrund eine Rolle spielen wird. Aktuell dominiere zwar der wirtschaftsliberale Flügel. "Aber natürlich gibt es in der CDU auch andere, die darauf hinweisen, dass die Union immer gut damit gefahren ist, sich dem Neoliberalismus nicht komplett auszuliefern."












