Zum Zusammenleben verdammt
Süddeutsche Zeitung
Schluss machen und trotzdem weiter unter einem Dach wohnen: Immer mehr Ex-Paare leben wegen des angespannten Wohnungsmarkts oder wegen der Kinder zusammen. Kann das gutgehen?
Die Sache mit der Wäsche, die findet Stefan Schmidt* echt schwierig. Wenn Catrina sich schick macht, schminkt, die schöne Unterwäsche anzieht und er das mitbekommt, aber natürlich weiß: Für mich ist das nicht. Stefan geht dann auf den Balkon, raucht eine zwischen Topfpflanzen, bis der Kopf wieder klar ist. Catrina war zehn Jahre seine Partnerin und ist auf dem Papier nach wie vor seine Ehefrau. Ein Paar aber sind sie nicht mehr, obwohl sie noch immer zusammenleben in der geräumigen, hellen Wohnung, nur zwei Minuten vom Bahnhof entfernt. Von hier aus fährt man nur eine halbe Stunde in die nächste Großstadt. Dort haben sie sich kennengelernt. Als das Kind kam, ging es raus in den Speckgürtel. Für Stefan war Catrina die Liebe seines Lebens und seine beste Freundin. Jetzt ist sie nur noch seine Mitbewohnerin in einer Art "Eltern-WG", und als dieses Wort fällt, schaut der fast zwei Meter große Mann ziemlich gequält. Und noch gequälter, als seine Ex von "einer geschäftsmäßigen Beziehung" spricht.

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