
Zinners sanfte Predigtpremiere trifft apokalyptischen Humor
n-tv
Der Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg ist legendär. Die Töne von Neu-Fastenprediger Zinner kommen gut an - im düsteren Singspiel bleibt manchem dafür das Lachen im Halse stecken.
Der Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg ist legendär. Die Töne von Neu-Fastenprediger Zinner kommen gut an - im düsteren Singspiel bleibt manchem dafür das Lachen im Halse stecken.
München (dpa/lby) - Verbales Abrüsten auf dem Münchner Nockherberg: Im Jahr eins nach der viel kritisierten Fastenpredigt von Maxi Schafroth hat sich die Tonlage beim traditionsreichen Derblecken beim Starkbieranstich hörbar verändert. Neu-Fastenprediger Stephan Zinner schlug bei seiner Premiere meist deutlich sanftere Töne an, dankte artig für seine Einladung. Kurzum: Der erfolgreiche Schauspieler fasste die versammelte Polit-Prominenz weniger hart an als sein Vorgänger im Vorjahr. Dafür fanden sich im anschließenden Singspiel teils Einlagen, die den Freunden des schwarzen Humors einen Kloß im Hals bescherten.
"Für mich ist das Derblecken – gerade jetzt – ein positives Signal von hier an den Rest der Republik", eröffnete Zinner seine Premierenrede, die sich zunächst insbesondere an Ministerpräsident Markus Söder (CSU) abarbeitete. Und um es gleich an dieser Stelle zu betonen: Den Anspruch an sich selbst hat Zinner erfüllt - auch der Premieren-Applaus für die feinfühlige Unterhaltung war durchaus respektabel.
Zur Erinnerung: Bei seinem unfreiwillig letzten Auftritt am Nockherberg hatte Schafroth teils in Mönchskutte eine Fastenpredigt gehalten, die besonders in der CSU und bei anderen Konservativen nicht gut angekommen war. So hatte er Söder ("Brummkreisel") ebenso wie CDU-Chef Friedrich Merz etwa Wortbruch und Wählertäuschung vorgeworfen.
In Erinnerung bleiben dürfte Zinners Abgesang auf den gesunden Menschenverstand. Das Augenmaß sei durch Dauerempörung, Parteitage, Bierzelte und Talkshows "in Berlin ausgestorben, in München in Gefangenschaft, in Brüssel auf der Fahndungsliste". Es brauche mehr Zusammenhalt, "und es erfordert, dass man alle mit dem gleichen Respekt behandelt, egal ob arm oder reich, groß, klein, bunt, einfarbig, dick, oder dünn."













