Wut- und Blutbürger
Süddeutsche Zeitung
An der Berliner Schaubühne liefern Simon McBurney und Annabel Arden mit Kleists "Michael Kohlhaas" sehr gekonnten Schulfunk.
Es ist ja auch zu verführerisch: Heinrich von Kleists Novelle "Michael Kohlhaas" mit dem aus Gründen der Ehrverletzung Amok laufenden "Mordbrenner" scheint das ideale Spiegelbild zu den Zornausbrüchen heutiger Wutbürger und Moral-Fundamentalisten aller Couleur zu bieten. Wie ein entfernter Gesinnungsverwandter entsicherter Zeitgenossen, die "Widerstand!" skandieren und rechtstaatliche Standards am liebsten durch Selbstjustiz ersetzen wollen, oder der Moral-Rechthaber mit Hang zum Dogma und Alleinvertretungsansprüchen verschafft sich Kleists Kohlhaas sein eigenes Recht, oder was er dafür hält. Notfalls, indem er ganze Städte niederbrennt. Kein Wunder, dass Theateradaptionen der Novelle Konjunktur haben. Jetzt bereitet Simon McBurney, ein Weltstar des Theaters zusammen mit Annabel Arden, wie er Gründungsmitglied der britischen Theatergruppe "Complicité", den Klassiker an der Berliner Schaubühne auf, und in der kommenden Spielzeit folgt Andreas Kriegenburg am Deutschen Theater Berlin.
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