
Weltweite Tanzdemos - kann ein Flashmob etwas verändern?
n-tv
Und auf einmal tanzt die ganze Welt. Welt- und deutschlandweit wird an diesem Samstag gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Protest findet aber nie nur auf der Straße statt, sagt eine Medienexpertin.
Und auf einmal tanzt die ganze Welt. Welt- und deutschlandweit wird an diesem Samstag gegen Gewalt an Frauen demonstriert. Protest findet aber nie nur auf der Straße statt, sagt eine Medienexpertin.
Ein Schritt zur Seite, dann geht die offene Hand kraftvoll in die Höhe. Die Botschaft ist klar, sagt Kati Voss: "Dein Körper gehört dir und du kannst Grenzen setzen." Voss hat in den vergangenen Wochen mehrere Tanztrainings in Rostock angeleitet. Denn: Am Samstag versammeln sich bei der weltweiten Tanzdemo "One Billion Rising" ("Eine Milliarde erhebt sich") vielerorts Menschen, um gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu protestieren. 146 Städte und Gemeinden haben sich bislang allein in Deutschland der Initiative angeschlossen.
"Das macht was mit einem, wenn man da so kraftvoll und selbstbewusst steht", sagt Voss. Eigentlich ist sie Kinder- und Jugendberaterin in der Interventionsstelle Rostock des Hilfevereins "Stark machen". "Tanz ist ja nicht nur leicht, damit werden auch Geschichten erzählt", erklärt sie. Tanz sei körperlich und eigne sich daher besonders für dieses Thema. Denn häusliche und sexuelle Gewalt seien oft noch Tabuthemen. Das belege auch die neue Dunkelfeldstudie der Bundesregierung, nach der nur drei Prozent aller sexuellen Übergriffe an Frauen angezeigt werden.
Mit der Demo solle nicht nur Gewalt sichtbar werden, sagt Voss. Es gehe auch um eine bessere Prävention. "In Mecklenburg-Vorpommern gibt es fünf Interventionsstellen." An diese könnten sich Betroffene wenden, um Hilfe zu bekommen. Aber: "Das Personal auch in der Kinder- und Jugendberatung reicht bei weitem nicht aus."
Die globale Bewegung "One Billion Rising" geht nach Angaben der Veranstalter auf eine Initiative der US-amerikanischen Künstlerin und Feministin Eve Ensler zurück. Die Flashmobs finden seit 2012 jedes Jahr am Valentinstag statt. Der Name kommt demzufolge von einer Statistik der Vereinten Nationen, nach der jede dritte Frau (knapp eine Milliarde) im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt.













