
Warum küssen wir eigentlich?
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Mehr als 90.000 Küsse erleben wir in einem Leben - doch warum tun wir es? Das Buch "Kiss me, Baby!" von Ulrike Zeitlinger erklärt, was es mit der Knutscherei auf sich hat, was ein Kuss über jemanden verrät - und warum andere Kulturen darauf verzichten.
Mehr als 90.000 Küsse erlebt man in seinem Leben - doch warum küssen Menschen eigentlich? Ein neues Buch erklärt, was es mit der Knutscherei auf sich hat, was ein Kuss über potenzielle Partner und die Gesellschaft verrät - und warum andere Kulturen darauf verzichten.
Wir tun es zur Begrüßung, zum Abschied, bei unseren Kindern und Eltern, bei Freunden, Partnern und beim Sex: Wir küssen. Bis zu unserem 70. Lebensjahr sogar rund 90.000-mal. Ein Kuss ist eigentlich keine große Sache, andererseits kann er wahnsinnig intim sein.
Aber warum küssen wir überhaupt? Dieser und vielen anderen Fragen rund um den Kuss hat sich Ulrike Zeitlinger in ihrem Buch "Kiss me, Baby!" (Piper) gewidmet.
Ein Kuss kann vieles ausdrücken: Freundschaft, familiäre Bindung, Liebe, Freude, sexuelle Anziehung. Mit ihm kann man jemandem seinen Respekt erweisen, wie Männer gleichen Ranges es im antiken Persien zur Begrüßung taten. Man kann sich unterwerfen wie bei den Küssen der Vasallen gegenüber ihren Lehnsherren im Mittelalter. Und ein Kuss kann politisch verbinden wie bei dem auf der Berliner Mauer verewigten Bruderkuss zwischen Leonid Breschnew und Erich Honecker im Jahr 1979. Zudem hilft er bei der Partnerwahl und ist gesund, außer er führt direkt zum Tod - entweder durch Verrat wie bei Jesus und Judas oder durch einen allergischen Schock.
Zu welchen Zwecken Küsse seit Jahrtausenden genutzt werden, zeigt Journalistin und Buchautorin Ulrike Zeitlinger in ihrem Buch anhand von verschiedenen Beispielen. Die Frage, warum wir damit überhaupt angefangen haben, ist etwas schwieriger zu beantworten. "Sehr verbreitet ist die These, dass das Küssen sich aus dem gegenseitigen Beschnüffeln entwickelt hat", erklärt Zeitlinger im Interview mit ntv.de. "Aneinander riechen, um sich zu erkennen, haben wir von unseren frühesten Vorfahren übernommen. In manchen Gegenden entwickelte sich die intime Geste nach und nach weiter zum Lippenkuss. In manchen Regionen - wie beispielsweise bei den Maori oder Inuit - ist Riechen am Gesicht des Gegenübers als Ausdruck von Vertrauen und Wiedersehensfreude bis heute Usus."













