
Warum Flugzeugessen so viel besser sein kann als sein Ruf
n-tv
Eigentlich war die Kulinarik über den Wolken dank Billig-Sandwiches und Spar-Airlines weitgehend abgeschafft. Doch seit die Ticketpreise steigen, müssen sich Fluggesellschaften wieder etwas einfallen lassen. Eine Airline aus der Heimat der Haute Cuisine zeigt, wie gut das schmecken kann.
Eigentlich war die Kulinarik über den Wolken dank Billig-Sandwiches und Spar-Airlines weitgehend abgeschafft. Doch seit die Ticketpreise steigen, müssen sich Fluggesellschaften wieder etwas einfallen lassen. Eine Airline aus der Heimat der Haute Cuisine zeigt, wie gut das schmecken kann.
Neulich biss ich mal wieder auf etwas Tiefgefrorenes. Es war der mittägliche Business-Class-Flug von Frankfurt nach Lyon mit der guten alten Lufthansa, keine lange Strecke, da kann es mit dem Auftauen schon mal eng werden. Diese Scheibe Wurstsalat (herrjeh, es war Oktoberfestzeit) aber war noch so derart hartgefroren, dass ich hernach erstmal meinen Schneidezahn richten musste vor Kälteschock. Kann passieren, ist aber doch auch ein Hauch symptomatisch für das, was an Bord alles schiefgehen kann. Dabei mag ich unsere gute alte Kranich-Airline, sehr sogar. Sie steht für Solidität, Sicherheit und zumeist auch Pünktlichkeit, für ein bisweilen sogar sehr freundliches Team an Bord - aber leider ist die neue Welt der Kulinarik an Bord hier immer noch nicht so ganz angekommen.
Dass Sparsamkeit hier immer noch die höchste deutsche Tugend war, zeigte sich allein bei der jahrelangen Weigerung, in den Lounges der Airline Champagner auszuschenken. Stattdessen gab es zwar sehr guten, aber eben doch deutschen Winzersekt. Und das in einem seit Jahren tobenden Wettstreit darum, wer den Luxusmarkt über den Wolken beherrschen kann. Während sich Emirates die weltweiten Rechte gesichert hat, in Zehntausend Metern Höhe die legendäre Marke Dom Pérignon auszuschenken, während Japan Airlines in der First Class "Salon" aus dem Jahr 2015 ausschenkt - für 1200 Euro pro Flasche, mag die Lufthansa diesen elitären Kampf nicht ausfechten, wie es scheint.
Dabei sind die Zeiten der Sparsamkeit hoch oben längst vorbei. Klar, vor zehn Jahren, als es noch Flugtickets für 20 Euro gab und der Wochenendtrip nach Mallorca, Mailand oder sogar Miami als günstiges Hobby galt, konnten die Fluggäste nicht viel erwarten. Ryanair, Easyjet und andere Günstigflieger beherrschten den Markt und gaben den Ton an, die Premium-Airlines mussten auch billiger werden - und ihren Service dementsprechend reduzieren. Es gab gummiartige Sandwiches in Plastikverpackungen, Kaffee aus Pappbechern und ein Piccolöchen höchstens gegen Bezahlung. Doch seitdem nach der Pandemie die Ticketpreise nur noch eine Richtung kennen, steigen eben auch die Erwartungen der Passagiere, sowohl in der Economy-Class als auch im umkämpften Markt der Business Class.
Wie gut das schmecken kann, zeigt dabei besonders die Heimatairline der Haute-Cuisine. Air France hat reichlich Geld in die Hand genommen, um berühmte Köche aus dem ganzen Land zu überzeugen, Gerichte zu finden, die auch über den Wolken nichts von ihrer Geschmackskraft einzubüßen, die gut ohne funktionierende Vollküchen zu erwärmen sind und dabei auch noch einigermaßen präsentabel aussehen.

Patricia Kellys biografisches Kochbuch ist eine liebevoll erzählte Reise durch sechs Länder. Jedes Land spiegelt ein Stück ihres Lebenswegs und die Freude über die unterschiedlichen Küchen wider. Die Familienrezepte werden begleitet von berührenden, lustigen oder nachdenklich stimmenden Geschichten.












