
Umfrage-Schock für Orbán - trotz Schmutzkampagne
n-tv
Eine neue Umfrage sieht Péter Magyars Tisza-Partei in Ungarn deutlich vorn. Die Drohung mit einem angeblichen Sexvideo scheint den Herausforderer bislang nicht zu beschädigen. Zugleich lässt Orbán den Streit mit der Ukraine eskalieren - bis hin zu militärischer Sicherheitsrhetorik.
Eine neue Umfrage sieht Péter Magyars Tisza-Partei in Ungarn deutlich vorn. Die Drohung mit einem angeblichen Sexvideo scheint den Herausforderer bislang nicht zu beschädigen. Zugleich lässt Orbán den Streit mit der Ukraine eskalieren - bis hin zu militärischer Sicherheitsrhetorik.
Für Viktor Orbán könnte es bei der Parlamentswahl am 12. April eng werden. Darauf deutet eine Umfrage hin, die am Mittwoch in Ungarn die Gemüter erhitzte: Das Institut Medián sieht Herausforderer Péter Magyar und seine Tisza-Partei mit deutlichem Vorsprung vor der Regierungspartei Fidesz. Unter den wahlentschlossenen Befragten kommt Tisza demnach auf 55 Prozent, Fidesz auf 35 Prozent. In der Gesamtbevölkerung führt Tisza laut Medián mit elf Punkten. Erhoben wurden die Daten im Auftrag des Wochenmagazins HVG zwischen dem 18. und 23. Februar.
Orbán ließ die Zahlen nicht unkommentiert. In einem Facebook-Post machte er sich über Medián-Chef Endre Hann lustig und verlieh ihm den Titel des "besten Comedians". Nur wenige Stunden später legte das regierungsnahe Institut Nézőpont eine eigene Erhebung nach, die das Bild aus Orbáns Sicht wieder zurechtrückt: Dort liegt Fidesz mit fünf Prozentpunkten vorn.
Nézőpont bildet damit seit Monaten eine Ausnahme. Es bleibt das einzige große Institut, das immer noch Vorteile für Orbáns Partei misst, während alle anderen Umfragen eine wachsende Schere zugunsten von Tisza ausweisen. Wie empfindlich die Fidesz-Machtzentrale auf nachteilige Stimmungsbilder reagiert, zeigte sich zuletzt im Januar: Als auf der Prognoseplattform Polymarket Magyars Chancen deutlich zulegten, wurde der Zugang in Ungarn kurzerhand geblockt - offiziell wegen "illegalen Glücksspiels".
Der Erhebungszeitraum der neuen Medián-Umfrage ist auch deshalb aufschlussreich, weil die Attacken auf Péter Magyar ausgerechnet in den Tagen vor der Befragung eine neue, besonders persönliche Eskalationsstufe erreichten. Seit Anfang Februar ist eine Website online, die mit einem Screenshot - offenbar aus dem Blickwinkel einer Überwachungskamera - aus einem Schlafzimmer ein mögliches Sexvideo ankündigt.













