
Ukraines Widerstand blockiert eine US-russische Profitmaschine
n-tv
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine geht in sein fünftes Jahr. US-Präsident Trump drängt Kiew immer wieder zu Zugeständnissen gegenüber Moskau. Er und seine Verhandler haben dabei riesige Dollarzeichen in den Augen.
Der russische Angriffskrieg in der Ukraine geht in sein fünftes Jahr. US-Präsident Trump drängt Kiew immer wieder zu Zugeständnissen gegenüber Moskau. Er und seine Verhandler haben dabei riesige Dollarzeichen in den Augen.
Russland war zum ersten Treffen von Donald Trumps Friedensrat eingeladen, kam aber nicht. Die Bedingung des Kremls war nicht erfüllt: Den Auslandsbesitz Moskaus freizugeben. Der ist durch Sanktionen wegen des nun seit vier Jahren tobenden großangelegten Angriffskriegs in der Ukraine eingefroren. Könnte Russland nach dessen Ende in die internationale Geschäftswelt zurückkehren, würde das insbesondere den US-Präsidenten freuen. Für ihn geht es um Geld.
Die Ukraine verteidigt sich mit allem, was sie hat und von ihren Verbündeten bekommt. Die USA haben sich zurückgezogen. Es geht dem US-Präsidenten in Europa nicht um Demokratie gegen Diktatur, Menschenrechte oder Unterdrückung. Sondern um einen möglichen Profit, der gemeinsam mit Russland zu machen ist. Damit lockt Moskau das Weiße Haus bereits seit dem Machtwechsel in Washington. Mit einigem Erfolg: Trump übt Druck auf Kiew aus, damit es dem Feind Zugeständnisse macht und so hilft, den Krieg schnell zu beenden.
Dafür sorgen, dass Trump und die USA gut am Frieden verdienen, soll Steve Witkoff. Der von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner unterstützte Verantwortliche für den Nahen Osten ist schnell zum weltweiten "Sondergesandten für den Frieden" aufgestiegen. Bei seiner ersten Zusammenkunft mit Wladimir Putin im Februar 2025 habe Witkoff vier Stunden mit dem russischen Präsidenten verbracht, schwärmte Trump gerade beim "Board of Peace"-Treffen über seinen alten Bekannten aus New Yorker Zeiten: "Das ist Talent." Die meisten Immobilienentwickler der Stadt "hassen sich, aber jeder liebt Steve; die schlimmsten, bösesten Leute, schreckliche Menschen", lobte der Präsident.
Trumps eigentlicher Ukraine-Beauftragter, Ex-General Keith Kellogg, wurde im Handstreich ausgebootet. Putin wollte es so. "Er ist zu nah an der Ukraine, nicht unser Typ", hieß es dazu aus dem Kreml. Dessen Chef wollte lieber Witkoff treffen - allein, ohne Übersetzer, ohne den US-Geheimdienst CIA. Putin hatte sich den US-Verhandler selbst ausgesucht. Allein das zeigt, dass sich Trump nie als Teil der Allianz gegen Russland sah. Seither tingelt Witkoff, der kein Russisch spricht und anfangs weder Russland noch die Ukraine gut kannte, zwischen den Staaten. Die Grundlage der Gespräche sind Geschäfte, keine Grenzen. Das sehen die Europäer und insbesondere die Ukraine komplett anders. Es war die Sollbruchstelle der Unterstützerallianz mit den USA.













