
"Trump hat gesehen: Die Europäer schrecken nicht zurück"
n-tv
Die USA hätten Europa bewusst in militärischer Abhängigkeit gehalten, schreibt Politologin Jana Puglierin in ihrem neuen Buch. Sie sieht aber keinen Grund, zu verzweifeln. Falls die Bundesregierung mit ihren Partnern jetzt richtig entscheide, könne sie den schlimmsten Fall verhindern.
Die USA hätten Europa bewusst in militärischer Abhängigkeit gehalten, schreibt Politologin Jana Puglierin in ihrem neuen Buch. Sie sieht aber keinen Grund, zu verzweifeln. Falls die Bundesregierung mit ihren Partnern jetzt richtig entscheide, könne sie den schlimmsten Fall verhindern.
ntv.de: Zu Beginn Ihres Buches beschreiben Sie ein Szenario für den Sommer 2029: Die AfD wurde stärkste Partei bei der Bundestagswahl. In Frankreich hat der Rassemblement National die Wahl gewonnen. Schwarz-Rot ist nur noch geschäftsführend im Amt und muss Moskaus Drohgebärden an der Nato-Ostflanke ohne die USA Paroli bieten. Haben genug Verantwortliche in Europa verstanden, wie realistisch dieses Szenario ist?
Jana Puglierin: Viele Politiker und Politikerinnen in Europa verstehen das, insbesondere an der Nato-Ostflanke, in den baltischen Staaten, Polen und den nordischen Ländern, aber zunehmend auch in Deutschland: Die zentrale Frage ist, wie man dieses Szenario so kommuniziert, dass es die Menschen nicht überfordert. Ich muss betonen: Es handelt sich dabei nicht um eine selbsterfüllende Prophezeiung: die Entscheidungen im Kreml können beeinflusst werden. Dafür müssen wir verstehen, wie die Verantwortlichen in Moskau denken. Hilflos sind wir nicht.
Es wird also nicht so schlimm kommen, wenn die Bundesregierung in den kommenden Jahren alles richtig macht?
Genau. Die Eingangsszene soll nicht nur die Problematik des Buches beschreiben, sondern auch die allgemeine Unsicherheit. Denn die Leute im Kanzleramt, die in dem Szenario um den Tisch sitzen, wissen auch nicht genau, was passiert. Wir müssen jetzt damit leben, uns durch eine unsichere Welt zu navigieren - ohne dass die Leute aufhören, Nachrichten zu lesen, weil sie sagen: Ach, es ist alles nur noch schrecklich. Stattdessen sollten sich die Europäer gemeinsam dazu entschließen, alles Nötige zu tun, um das Worst Case Szenario zu vermeiden. Dazu soll mein Buch motivieren.













