
Streit über Schwangerschaftsabbrüche im Raum Flensburg
n-tv
Frauen in Flensburg fürchten um ihr Recht auf wohnortnahe Schwangerschaftsabbrüche. Nach einem Klinikwechsel droht eine Versorgungslücke – die Politik streitet heftig.
Frauen in Flensburg fürchten um ihr Recht auf wohnortnahe Schwangerschaftsabbrüche. Nach einem Klinikwechsel droht eine Versorgungslücke – die Politik streitet heftig.
Kiel (dpa/lno) - Die Sicherstellung von Schwangerschaftsabbrüchen im Raum Flensburg hat eine leidenschaftliche und mitunter hitzige Debatte im Landtag ausgelöst. "Liebe Landesregierung, kommen sie endlich ins Handeln und lassen sie die Frauen in Flensburg nicht weiter im Stich", kritisierte die SPD-Gesundheitspolitikerin Birte Pauls. Grund ist eine nach dem Trägerwechsel des dortigen Diako-Krankenhauses drohende Versorgungslücke.
In einem auch von der FDP unterstützten Antrag forderten SPD und SSW die Landesregierung auf, ausreichend Angebote in Flensburg sicherzustellen. Das Recht auf eine wohnortnahe Möglichkeit zum Schwangerschaftsabbruch werde massiv eingeschränkt, sagte Pauls.
Frauen kämpften seit Jahren um ihr Recht, die Gesundheitsministerin habe bislang nichts gemacht. "Von einem katholischen Ministerpräsidenten werden die Frauen wohl auch keine Hilfe erwarten können", sagte sie in Richtung von Daniel Günther (CDU) und forderte Sozialministerin Aminata Touré (Grüne) auf, ihren Kabinettskollegen "richtig Dampf unter dem Hintern" zu machen.
Von Sonntag an macht das Diako Krankenhaus Schwangerschaftsabbrüche nur noch in bestimmten Ausnahmefällen. Bisher nahm das evangelische Krankenhaus operative Schwangerschaftsabbrüche vor. Die Diako wird zum 1. März vom katholischen Malteserorden übernommen, der bisher in Flensburg das St. Franziskus Hospital führt. Der katholische Träger erlaubt Abtreibungen nur in besonderen Ausnahmefällen.













