
So ändert der Winter die Kriegsstrategien der Russen und Ukrainer
n-tv
Drohnen können schnell Soldaten erspähen, wenn die Bäume kein Laub mehr tragen. Nur ein Beispiel dafür, wie der Winter die Kämpfe in der Ukraine beeinflusst. Kiews Truppen bleibt der Rückgriff auf Innovation, um sich gegen die strategische Initiative der Feinde zu wehren.
Drohnen können schnell Soldaten erspähen, wenn die Bäume kein Laub mehr tragen. Nur ein Beispiel dafür, wie der Winter die Kämpfe in der Ukraine beeinflusst. Kiews Truppen bleibt der Rückgriff auf Innovation, um sich gegen die strategische Initiative der Feinde zu wehren.
Das frostige Wetter ist eine Katastrophe für die ukrainische Zivilbevölkerung. Denn der russische Terror hält an. Moskaus Truppen bomben die Menschen aus ihren Häusern, bei Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Die kurze Feuerpause, die der Kreml US-Präsident Donald Trump zugesagt hatte, war eine reine PR-Aktion, die kaum etwas gebracht hat. "Das kurze Innehalten der Russen hat nur für Kiew gegolten, die Angriffe auf andere Städte sind unvermindert weiter gegangen. Im gesamten Januar gab es jeden Tag Angriffe, meistens von mindestens 100 Drohnen", sagt Markus Reisner, Oberst des Generalstabs im Österreichischen Bundesheer, ntv.de.
Russland verfolgt also nach wie vor das Ziel, die Ukrainer zu zermürben. Dabei hilft die Kälte. Allerdings werden auch die Russen von den Witterungsbedingungen im harten ukrainischen Winter beeinflusst – und passen ihre Strategie entsprechend an.
"Der Winter birgt große Herausforderung für die Soldaten. Sie müssen aufgrund der Kälte und der Nässe viel mehr Aufmerksamkeit darauf lenken, die persönlichen Kampfkraft zu erhalten", sagt Reisner. Deswegen versuchten russische und ukrainische Soldaten bereits im Spätsommer Stellungen zu erreichen, die wintertauglich sind. Wer im zickzackförmigen Schützengraben auf offenem Gelände steht, bekommt schnell nasse Füße, wenn der Schnee fällt. Städte und Dörfer sind deshalb beliebt. Keller seien besonders gefragt - sogar in zerstörten Häusern – da sich die Truppen darin relativ ungestört auf die kalte Jahreszeit vorbereiten könnten, sagt Reisner.
Dass die Bäume im Winter keine Blätter mehr tragen, beeinflusst die Kämpfe erheblich, da der Krieg zu einem großen Teil mit Drohnen geführt wird. Diese Drohnen fliegen dort, wo der Gegner vermutet wird, um Truppenbewegungen aufzuklären. "Ohne das schützende Laubdach gibt es kaum Bewegungen, die nicht direkt von Drohnen entdeckt werden. Allerdings sind die russischen Kommandeure wesentlich kompromissloser als die ukrainischen: Sie schicken relativ viele Soldaten im umkämpften Gebiet vor, wohl wissend, wie ungeschützt die Männer dann sind", sagt Reisner.













