
Schön, aber zu alt fürs Auge
n-tv
Frauen sollen sichtbar sein, aber kaum zeigen sich Falten, graue Haare oder einfach nur ein natürliches Gesicht, beginnt das große Rätselraten: "Was ist mit ihr passiert?" Die Antwort ist simpel: nichts. Sie ist einfach nur älter geworden. Doch genau das scheint für viele ein Riesenproblem zu sein.
Frauen sollen sichtbar sein, aber kaum zeigen sich Falten, graue Haare oder einfach nur ein natürliches Gesicht, beginnt das große Rätselraten: "Was ist mit ihr passiert?" Die Antwort ist simpel: nichts. Sie ist einfach nur älter geworden. Doch genau das scheint für viele ein Riesenproblem zu sein.
"Ich würde lieber mein eigenes Gesicht altern sehen als eines, das mir gar nicht gehört", hat Cameron Diaz einmal gesagt, und ich stolpere über diesen Satz ausgerechnet jetzt wieder, irgendwo zwischen ihrem Comeback nach zehn Jahren Pause und diesen dämlichen Kommentaren, die zuverlässig immer dann auftauchen, wenn eine Frau es wagt, einfach nur älter zu werden, ohne sich vorher noch schnell auszutauschen. Und die dann so klingen wie: "Was ist denn mit ihr passiert?" Worauf man eigentlich nur antworten möchte: nichts, wirklich gar nichts, sie ist einfach älter geworden. Aber genau das scheint in der Entertainment-Branche ja schon als Abweichung zu gelten.
Denn Sichtbarkeit, meine lieben Leserinnen und Leser, wird in dieser Branche - vor allem in dieser Branche - gern mit Konservierung verwechselt. Warum muss ich an dieser Stelle an Omas eingeweckte Marmeladengläser im Keller denken, die da gefühlt seit 300 Jahren stehen? Vielleicht liegt es daran, dass meine Großmutter, als sie noch lebte, ein bisschen verknallt in Richard Chamberlain war - Sie wissen schon, der aus: "Die Dornenvögel".
