
Ein Minister, den seine Mutter für eine Öko-Sau hält
n-tv
Karsten Richter ist heute noch Gasmanager und könnte morgen schon Wirtschaftsminister sein. Wenn alles glattgeht und vor allem, wenn sich seine Mutter ihm nicht in den Weg stellt. Diese Satire könnte beinahe schon wahr sein.
Karsten Richter ist heute noch Gasmanager und könnte morgen schon Wirtschaftsminister sein. Wenn alles glattgeht und vor allem, wenn sich seine Mutter ihm nicht in den Weg stellt. Diese Satire könnte beinahe schon wahr sein.
Wenn man bedenkt, dass Bücher geschrieben, lektoriert und gedruckt werden müssen, möchte man fast an Zauberei glauben. So aktuell ist Wolfgang Schorlaus "Der unaufhaltsame Aufstieg des Ministers Karsten Richter", das bei Kiepenheuer & Witsch als Buch und bei Argon als Hörbuch erschienen ist.
Das könnte daran liegen, dass Satire häufig eine relativ kurze Haltbarkeit hat, deshalb wollte man das Momentum wohl nicht verstreichen lassen. Denn es geht um nicht weniger als die Verbindungen der Gaslobby in höchste deutsche Regierungskreise. Natürlich nicht die echten Verbindungen zum echten Politikbetrieb in Berlin, es ist ja Satire.
Bei Schorlau hat es Karsten Richter geschafft. Der Geschäftsführer der Future Gas AG, einer Tochterfirma des internationalen Energieriesen EOY, soll Wirtschaftsminister in der Regierung nach der Ampel werden. Bundeskanzler Fred Klein hat ihn persönlich ausgesucht. Richters Mitstreiter aus vielen Jahren setzen auf ihn. Ein Deutschland, das 2045 klimaneutral ist - das muss abgeräumt werden. Ziel ist, die Idee zu verbreiten, dass Erdgas gut für den Klimaschutz ist und deshalb politisch und finanziell gefördert werden muss. Das stimmt zwar nicht, aber wann hätte es Lobbyisten je gejuckt, dass etwas nicht stimmt?
Richter weiß genau, wer ihn auf dem Weg bis zum Ministerposten unterstützt hat und er weiß auch, was er diesen Männern schuldig ist. Skrupel, sich erkenntlich zu zeigen, hat er keine. Doch dann gibt es leider Schwierigkeiten. Und die löst ausgerechnet Richters Mutter aus. Kurz bevor Karsten Richter seinen Ministereid leisten und die Ernennungsurkunde beim Bundespräsidenten in Empfang nehmen kann, setzt sie eine Pressekonferenz an. Der Titel der Veranstaltung in einem besetzten Haus im Berliner Stadtteil Kreuzberg: "Mein Sohn Karsten - die Öko-Sau". Ganz schlechtes Timing, findet Karsten Richter, der sich eigentlich für einen guten Sohn hält.
