
Russland schickt Afrikaner als Kanonenfutter an die Front
n-tv
Afrikaweit rekrutiert Russland Männer für seinen Krieg in der Ukraine. Mehr als 300 Afrikaner sind bereits an der Front gefallen. Die Familien zu Hause suchen verzweifelt nach Wegen, die Toten zu bergen, um sie wenigstens beerdigen zu können.
Afrikaweit rekrutiert Russland Männer für seinen Krieg in der Ukraine. Mehr als 300 Afrikaner sind bereits an der Front gefallen. Die Familien zu Hause suchen verzweifelt nach Wegen, die Toten zu bergen, um sie wenigstens beerdigen zu können.
Caroline Mukiza trocknet ihre Tränen mit einem Taschentuch. Den ganzen Morgen hat die 42-jährige Uganderin in ihrer Kirche am nördlichen Stadtrand von Ugandas Hauptstadt Kampala gebetet und getrauert. Nun sitzt sie im Garten hinter dem steinernen Gebäude mit den bunten Glasfenstern und blickt auf den Friedhof hinab. "Was, wenn wir ihn nicht einmal beerdigen können?", fragt sie und schluchzt erneut in ihr Taschentuch.
Die ugandische Frau hat Ende Januar über die sozialen Medien erfahren, dass ihr Ehemann, Edson Kamwesigye, an der Front in der Ukraine ums Leben gekommen sei. Auf X, Tiktok und in zahlreichen Whatsapp-Gruppen zirkulierten Fotos von seiner halb verbrannten Leiche im Schnee. Bekannte hatten ihr diese Bilder letztlich zugesandt - der einzige Beweis, dass der 46-Jährige tatsächlich tot ist.
"Er ist im Dezember nach Moskau gereist", berichtet Mukiza im Gespräch. Er habe ein Jobangebot aus Russland erhalten, dort als Fahrer oder Wachmann arbeiten zu können. Bereits zuvor war der Vater zweier Kinder im Ausland stationiert gewesen. Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York am 11. September 2001 hatten ugandische Sicherheitsfirmen zahlreiche gut ausgebildete Männer nach Afghanistan und später in den Irak entsandt, um dort US-Stützpunkte zu bewachen. Während der Corona-Pandemie war er nach Hause zurückgekehrt, so Mukiza. Seitdem habe er in Uganda als Taxifahrer gearbeitet - doch das Geld habe nie wirklich gereicht.
"Er versprach mir, dass er in Russland wieder gut verdienen werde", sagt Mukiza. Doch sie hatte von vornherein "ein ungutes Gefühl", wie sie berichtet. "Er hat gesagt, er werde den Arbeitsvertrag erst in Moskau unterzeichnen." Von wem er den angeblichen Job vermittelt bekommen hatte und woher er das russische Visum und Geld für das Flugticket erhalten habe, das wisse sie nicht.













