Reise in die Erinnerung
Süddeutsche Zeitung
Kaunas in Litauen ist Europäische Kulturhauptstadt, und eine Entdeckung ist überfällig. Ein Besuch an dem Ort, wo sie Europa ausgraben, wie es einst war.
Die litauischste aller Städte. Das wenigstens war ihnen geblieben als Stolz, den Bewohnern von Kaunas. Kaunas, die ewige Zweite, hinter der Hauptstadt Vilnius. Aber: Anders als in Vilnius leben hier heute kaum Russen, kaum Polen, kaum andere Ethnien unter den knapp 315 000 Bewohnern. Eine Stadt, die allein Litauern gehörte: In sowjetischen Zeiten war das mit einem Mal etwas Gutes. Und danach plapperte man es gedankenlos weiter.
Die litauischste aller Städte. Kaunas. Ausgerechnet.
Der Park des Friedens zum Beispiel. Unweit des Busbahnhofs. Eine alte, aus Ziegeln gebaute Moschee steht dort, davor spielen ein paar Kinder. Es ist die Moschee der Tataren, die in Litauen lebten seit dem 14. Jahrhundert, viele von ihnen treue Soldaten des litauischen Großfürsten.
Der Park war einst als Friedhof angelegt, das waren, zumindest anfangs, die guten Zeiten. Als die unterschiedlichen Bürger von Kaunas im Tod noch wenig Scheu voreinander hatten, so wie sie auch das Leben und die Stadt miteinander teilten. Als man einander noch nicht erschlug, erschoss, verriet, vertrieb, verschleppte. Und am Ende schließlich vergaß.
Hauptpostamt in Kaunas aus der Zwischenkriegszeit.

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