
Rahman ist neuer Regierungschef Bangladeschs
n-tv
Bangladesch hat erstmals seit den brutalen Massenprotesten 2024 wieder eine Parlamentswahl durchgeführt. Der rechtskonservative Rahman setzte sich gegen die islamistische Partei durch. Ist damit ein demokratrischer Übergang für das Land möglich?
Bangladesch hat erstmals seit den brutalen Massenprotesten 2024 wieder eine Parlamentswahl durchgeführt. Der rechtskonservative Rahman setzte sich gegen die islamistische Partei durch. Ist damit ein demokratrischer Übergang für das Land möglich?
Anderthalb Jahre nach dem dramatischen Fall der Ministerpräsidentin Sheikh Hasina hat Bangladesch wieder einen gewählten Regierungschef. Der langjährige Oppositionspolitiker und Vorsitzende der rechtskonservativen Nationalistischen Partei Bangladeschs (BNP), Tarique Rahman, wurde in Dhaka als neuer Ministerpräsident vereidigt. Seine Partei hatte vergangene Woche die Parlamentswahl deutlich vor der größten islamistischen Partei des Landes, Bangladesh Jamaat-e-Islami, gewonnen.
Die vorgezogene Wahl galt auch als Test für einen geordneten demokratischen Übergang in dem überwiegend muslimisch geprägten Land in Südasien. Fast 128 Millionen Menschen waren wahlberechtigt. In dem Referendum stimmten 60 Prozent der Wähler für das wegweisende demokratische Reformprojekt "Juli-Charta".
Diese sieht eine zeitliche Beschränkung der Amtszeit des Regierungschefs vor. Zudem sind die Schaffung eines Oberhauses des Parlaments, mehr Befugnisse für den Präsidenten und eine größere Unabhängigkeit der Justiz geplant. Auch sollen mehr Frauen im Parlament vertreten sein. Mehrere Parteien hatten allerdings vor dem Referendum Einwände erhoben. Die Reformen müssen vom neuen Parlament noch abgesegnet werden.
BNP-Chef Rahman war erst im Dezember nach 17 Jahren im Exil aus London in seine Heimat zurückgekehrt. Der 60-Jährige übernimmt die Amtsgeschäfte von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus, der nach den Unruhen im Sommer 2024 als Interimsregierungschef eingesetzt wurde. Außerdem nahm Bangladeschs Präsident Mohammed Shahabuddin jetzt 25 neuen Ministern den Amtseid ab.













