
Projekt "WTF": Neue Schutzkonzepte für die Reeperbahn
n-tv
50.000 Gäste am Wochenende, aber viele fühlen sich unsicher. Was das Clubkombinat jetzt auf der Reeperbahn fordert, um Solidarität und echte Veränderung im Nachtleben zu schaffen.
50.000 Gäste am Wochenende, aber viele fühlen sich unsicher. Was das Clubkombinat jetzt auf der Reeperbahn fordert, um Solidarität und echte Veränderung im Nachtleben zu schaffen.
Hamburg (dpa/lno) - Damit sich Menschen auf der Reeperbahn nachts sicherer und wohler fühlen, hat das Clubkombinat Hamburg in seinem Projekt "WTF -What the Fear" eine ganze Liste an Maßnahmen vorgelegt. Nötig seien Awareness-Teams im öffentlichen Raum, sichtbare, betreute Anlaufstellen für Betroffene sowie Aufklärung, Empowerment und Prävention, teilte das Clubkombinat nach einer ersten Auswertung der Projekte vom vergangenen Jahr mit. Wichtig seien aber auch eine bessere Infrastruktur, etwa bei der Beleuchtung und barrierefreien Wegen, sowie eine stärkere Einbindung von Anwohnenden, Gewerbe und Nachtleben.
Der Tenor der gewonnenen Antworten sei eindeutig: "Sicherheit entsteht nicht allein durch Kontrolle, sondern durch kulturelle Transformation, Solidarität und gemeinsame Verantwortung." Das Projekt "WTF - What the Fear" hatte von Juni bis September 2025 mit verschiedensten partizipativen Elementen im öffentlichen Raum auf St. Pauli stattgefunden. Im Kern ging es darum, Übergriffe und die Ängste davor sichtbar zu machen, ein Bewusstsein dafür zu schaffen und Betroffene zu stärken.
Dreh- und Angelpunkt dafür war ein gläserner Container am Spielbudenplatz und eine 90 Meter lange Bauzaun-Fassade. Am Container fanden den Angaben zufolge 183 Gespräche statt. Ein Ergebnis dabei: Es gibt einen Bedarf an niedrigschwelligen Anlaufstellen abseits der Polizei. Und "sensible Erfahrungen benötigen geschützte Räume, professionelle Erstunterstützung und verlässliche Strukturen".
Daneben gab es auch eine digitale Meldestelle, bei der 58 Meldungen eingingen. Rund 40 Prozent der Meldungen betrafen den Angaben zufolge sexualisierte Grenzüberschreitungen, 32 Prozent sexualisierte körperliche Gewalt. Mehr als 70 Prozent der Teilnehmenden waren weiblich, rund 23 Prozent divers. Die Täter seien fast ausnahmslos als männlich und unbekannt beschrieben worden.













