
Osterreiter lösen Ansturm von Schaulustigen aus
n-tv
"Žohnowane jutry" heißt der sorbische Ostergruß: Gesegnete Ostern! Die Prozessionen der Osterreiter in Sachsen erweisen sich erneut als Publikumsmagnet.
"Žohnowane jutry" heißt der sorbische Ostergruß: Gesegnete Ostern! Die Prozessionen der Osterreiter in Sachsen erweisen sich erneut als Publikumsmagnet.
Panschwitz-Kuckau (dpa/sn) - Das traditionelle Osterreiten der Sorben hat in der Oberlausitz einen wahren Ansturm von Schaulustigen ausgelöst. An den einzelnen Orten folgten bei frühlingshaften Temperaturen jeweils Tausende Zuschauer dem Ritual. Osterreiter tragen am Ostersonntag in Prozessionen die Botschaft von der Auferstehung Christi in die Nachbarpfarrei.
Nach Angaben der Polizei kam es zu zwei kleineren Zwischenfällen. In der Kleinseidau (Landkreis Bautzen) ging ein Pferd durch, rannte einen Mann um und verletzte ihn leicht. Bei einem anderen Osterritt wurde eine weitere Person von einem Pferd getreten. Sie erlitt gleichfalls leichte Verletzungen. Nähere Angaben lagen der Polizeidirektion Görlitz zunächst nicht vor.
Die Osterreiter (sorbisch: křižerjo - Kreuzreiter) verkünden auf festlich geschmückten Pferden die Osterbotschaft mit Chorälen und Gebeten vorwiegend in sorbischer Sprache. Insgesamt waren in der sorbischen Oberlausitz neun Prozessionen aus acht katholischen Pfarrgemeinden und dem Kloster St. Marienstern unterwegs. Rund 1.500 Reiter bewegen sich dabei in der Region zwischen Kamenz (Kamjenc), Hoyerswerda (Wojerecy) und Bautzen (Budyšin).
Solche Prozessionen hoch zu Ross haben nach Angaben des Bistum Dresden-Meißen schon Ende des 15. Jahrhunderts in dieser Gegend stattgefunden. Die Wurzeln des Brauches reichten wahrscheinlich bis in vorchristliche Zeiten zurück, hieß es. Durch Ritte um das Feld glaubte man, die jungen Saaten vor der Missgunst des Bösen beschützen zu können. Unter dem Einfluss des Christentums habe sich das in christliche Prozessionen verwandelt.













