
Mord auf Fest in Parsberg - Richter: verachtenswerte Tat
n-tv
Auf einem Fest ermordet ein Mann seinen Cousin mit einem gezielten Messerstich. Der Richter sieht in dem Verbrechen auch einen Angriff auf unseren Rechtsstaat. Was war das Motiv?
Auf einem Fest ermordet ein Mann seinen Cousin mit einem gezielten Messerstich. Der Richter sieht in dem Verbrechen auch einen Angriff auf unseren Rechtsstaat. Was war das Motiv?
Nürnberg (dpa/lby) - Mitten auf einem fröhlichen Fest in der Oberpfalz tötet ein Mann seinen Cousin mit einem gezielten Stich ins Herz. Ein heimtückischer Mord, den der heute 44-jährige Syrer nach Ansicht des Landgerichts in Nürnberg beging, um die Familienehre wieder herzustellen. Lebenslang muss er dafür in Haft. Außerdem stellt die Kammer eine besondere Schwere der Schuld fest, wodurch eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren nahezu ausgeschlossen ist.
Bei der Urteilsbegründung spricht der Vorsitzende Richter Markus Bader von einem verachtenswerten Verbrechen. Dieses sei auch ein Angriff auf den deutschen Rechtsstaat, sagt er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Als Bader erläutert, was sich aus Sicht der Kammer am 23. März 2025 auf dem kurdischen Neujahrsfest in Parsberg ereignete, springt der 44-Jährige auf und ruft laut auf Kurdisch dazwischen. Justiz- und Polizeibeamte eilen herbei und führen den Angeklagten aus dem Gerichtssaal, damit er sich beruhigt. Bader muss die Urteilsbegründung vorübergehend unterbrechen.
Später schildert der Richter knapp, wie der Angeklagte seinen Verwandten unter den rund 1.000 Feiernden auf dem Fest erblickte. Den genauen Ablauf der Tat konnten die Ermittlungen der Polizei und die Beweisaufnahme vor Gericht nicht klären - denn trotz der vielen Gäste habe niemand die Tat unmittelbar oder komplett gesehen, sagt Bader. Entweder habe der Angeklagte das Küchenmesser bereits bei sich gehabt, oder er habe es sich irgendwoher genommen, als er sich dem 39-Jährigen von hinten genähert habe. Dieses habe er ihm gezielt ins Herz gestochen.













