
Meldestelle: Juden berichten über Anfeindungen an Schulen
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Jüdische Symbole lieber verstecken? Nach dem Hamas-Überfall berichten Schüler und Lehrer von Angriffen. Warum viele ihre Erfahrungen trotzdem nicht melden.
Jüdische Symbole lieber verstecken? Nach dem Hamas-Überfall berichten Schüler und Lehrer von Angriffen. Warum viele ihre Erfahrungen trotzdem nicht melden.
Würzburg (dpa/lby) - Jüdische Schüler und Lehrer in Bayern erleben nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Bayern immer wieder Anfeindungen. Das schließt Rias aus der Zahl ihr gemeldeter Fälle und einer nicht repräsentativen Befragung von 19 Schülerinnen und Schülern, Absolventen, Lehrkräften und Eltern für eine Publikation.
Laut dem Antisemitismusbeauftragten der Staatsregierung, Ludwig Spaenle, wurden von Rias Bayern 114 antisemitische Vorfälle im schulischen Kontext zwischen 2019 und Sommer 2025 registriert. Zudem dokumentiert Rias in ihrem Jahresbericht für 2024 im Freistaat 1.515 antisemitische Vorfälle insgesamt - fast doppelt so viele wie 2023 (761 Fälle). Abschließende Zahlen für 2025 gibt es bislang nicht, das Dunkelfeld sei hoch.
Die für die neue Rias-Publikation "Antisemitismus zwischen Klassenzimmer und Freizeit. Jüdische Erfahrungen und Perspektiven in Bayern" befragten Menschen berichteten den Angaben zufolge von judenfeindlichen Witzen, Äußerungen, die den Nationalsozialismus verharmlosten, und Aussagen wie, die Vorfahren hätten "vergast" werden sollen. Antisemitisch äußerten sich demnach nicht nur Mitschüler. "Er ist Jude. Ist doch klar, dass ihm alles wehtut", soll etwa ein Lehrer nach einer Sportverletzung eines jüdischen Schülers gesagt haben.
Schon vor dem Überfall der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hätten die Befragten regelmäßig Antisemitismus erlebt, sagte die Autorin der Publikation, Eva Gruberová, in Würzburg. Seither habe sich die Lage noch einmal verschärft. Viele Betroffene vermieden es daher, jüdische Symbole sichtbar zu tragen oder bestimmte Orte zu besuchen aus Angst vor Übergriffen. "Sie wägen also täglich ab, ob sie ihr Jüdischsein sichtbar machen oder lieber verbergen."













